Deutsche IPCC-Forscher werten Nobelpreis als Bestätigung

Hamburg/Berlin (AFP) — Deutsche Wissenschaftler des Weltklimarats haben den Friedensnobelpreis für das UN-Gremium sowie den früheren US-Vizepräsidenten Al Gore als Bestätigung ihrer Arbeit begrüßt. Die Entscheidung des Nobel-Komitees unterstreiche die Dringlichkeit von Maßnahmen gegen den Klimawandel, "und insofern kommt er uns sehr gelegen", sagte der Flensburger Professor für Energie- und Umweltmanagement Olav Hohmeyer der ARD. Auch Ulrich Cubasch, Professor am Institut für Meteorologie der Freien Universität in Berlin und ebenfalls Wissenschaftler des IPCC, begrüßte die Ehrung des IPCC.

Angesichts der internationalen Klimakonferenz auf Bali, bei der im Dezember über ein Kyoto-Nachfolgeabkommen beraten werden soll, habe das Nobel-Komitee für seine Entscheidung "das genau richtige Timing" gewählt, sagte Hohmeyer. Der Nobelpreis sei ein "Grund zur Freude", weil er die Lösung des Problems Klimawandel unterstütze. Jubeln werde er jedoch erst "2050, wenn wir's gelöst haben". Der Bundesregierung bescheinigte der Wissenschaftler einen wichtigen Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel. "Die deutsche Regierung ist sicherlich in einer Vorreiterposition", sagte er. "Sie könnte natürlich noch mehr tun, aber wenn alle so viel täten, wie die Deutschen im Moment, dann wären wir schon ein großes Stück weiter."

Cunasch erklärte: "Das ist eine Auszeichnung für das ganze Team von Wissenschaftlern." Das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPPC) ist eine Unterorganisation der Vereinten Nationen, bei der rund 3000 Meereskundler, Wirtschaftswissenschaftler und andere Experten beschäftigt sind. Mit seinem in diesem Jahr veröffentlichten dreiteiligen Bericht hatte das Gremium erneut auf die Gefahren des weltweiten Klimawandels und mögliche Gegenmaßnahmen aufmerksam gemacht.