Regierung will berufliche Weiterbildung stärker fördern

Berlin (AFP) — Menschen mit geringerem Einkommen erhalten künftig staatliche Zuschüsse für ihre berufliche Weiterbildung. Das Kabinett beschloss nach Angaben von Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) am Mittwoch das Konzept zum lebenslangen Lernen, das eine Bildungsprämie beinhaltet. Sie soll im Herbst starten und sich besonders an Menschen mit mittleren und niedrigen Einkommen richten. Eine Prämie von maximal 154 Euro bekommen demnach diejenigen, deren zu versteuerndes jährliches Einkommen 17.900 Euro (beziehungsweise 35.800 Euro für Verheiratete) nicht übersteigt.

Die Prämie kann den Angaben zufolge einmal im Jahr dafür eingesetzt werden, 50 Prozent der Seminarkosten oberhalb einer Bagatellgrenze von 30 Euro zu finanzieren. Ein Weiterbildungsdarlehen soll zudem allen Menschen zur Verfügung stehen - unabhängig von der Höhe ihres Einkommens. "Lebenslanges Lernen ist entscheidend für die Perspektive jedes Einzelnen, und es ist wichtig für das Wirtschaftswachstum und für das Wohlergehen der Gesellschaft insgesamt", erklärte Schavan. Angesichts der immer älter werdenden Gesellschaft komme der regelmäßigen Weiterbildung außerdem eine noch stärkere Bedeutung zu als bisher. "Für ein erfolgreiches Berufsleben ist die kontinuierliche Fortbildung eine entscheidende Voraussetzung", hob die Ministerin hervor.

Grundlage der Regierungsinitiative sind die Empfehlungen des Innovationskreises Weiterbildung. Dieser war zu dem Schluss gekommen, dass die Beteiligung an Weiterbildung in Deutschland im internationalen Vergleich zu niedrig sei. Vor allem Menschen mit niedriger Qualifikation bildeten sich zu wenig fort. Derzeit nehmen 43 Prozent der Berufstätigen in Deutschland einmal im Jahr an einer Weiterbildung teil - die Regierung möchte diese Quote bis zum Jahr 2015 auf 50 Prozent steigern. Die Finanzierung der Initiativen erfolgt über Bundesmittel sowie durch den Europäischen Sozialfonds.