Berlin (AFP) — In den Tarifstreit im deutschen Einzelhandel ist etwas Bewegung gekommen. Nach wochenlangen Streiks habe der Einzelhändler Rewe einen Übergangstarifvertrag angeboten, teilte die Gewerkschaft Verdi in Berlin mit. Das angebotene Lohnplus von drei Prozent ab Januar für die mehr als 80.000 Beschäftigten sowie eine Einmalzahlung von 300 bis 450 Euro sei "eine deutliche Verbesserung" gegenüber den bisherigen Offerten, erklärte Gewerkschaftsvize Margret Mönig-Raane.
Auch wolle der Konzern, zu dem neben Rewe auch die Toom- und Penny-Märkte gehören, die Spät- und Nachtzuschläge weitgehend belassen. Lediglich samstags wolle Rewe erst ab 18.30 Uhr einen Zuschlag zahlen.
Die von den Arbeitgebern geforderte teilweise Abschaffung der Zuschläge ist ein Hauptstreitpunkt in dem Tarifkonflikt. Mönig-Raane kündigte an, nun bald Verhandlungen mit Rewe aufzunehmen. Priorität habe jedoch der Erhalt der Flächentarifverträge. Die Arbeitgeberverbände seien daher gefordert, jetzt auf dieser Basis ein Angebot vorzulegen. Verdi fordert für die 2,6 Millionen Beschäftigten zwischen 4,5 und 6,2 Prozent mehr Lohn. Die Arbeitgeber boten zuletzt 1,7 Prozent. Auch will Verdi die Streichung von Spät- und Wochenendzuschlägen verhindern.
Derzeit erhalten die Beschäftigten wochentags nach 18.30 Uhr und samstags nach 14.30 Uhr einen Zuschlag von 20 Prozent und nach 20.00 Uhr einen Nachtzuschlag von bis zu 55 Prozent. Die Arbeitgeber wollen die Sonderzahlungen für den Samstag streichen und werktags auf 20 Uhr und 22 Uhr verschieben. Um den Druck aufrecht zu erhalten, will Verdi die Streiks im Einzelhandel auch am dritten Adventswochenende fortsetzen. So seien am Freitag und Samstag bundesweit Aktionen in den zur Metro gehörenden Real-Filialen geplant.
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