BBC- und AP-Korrespondent in Somalia erschossen

Mogadischu (AFP) — Im Süden Somalias ist ein Korrespondent der britischen Rundfunkgesellschaft BBC erschossen worden. Nasteh Dahir Farah, der als freier Journalist auch für die Nachrichtenagentur AP aus der Hafenstadt Kismayo berichtete, sei am Samstag auf dem Nachhauseweg von mehreren Schüssen getroffen worden und später in einem Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen, berichtete ein Verwandter. Nach Angaben eines BBC-Sprechers wurde der 36-Jährige von einem unbekannten Angreifer getötet. Die BBC werde alles unternehmen, um die näheren Hintergründe zu erfahren.

Nasteh Dahir war Vize-Präsident der somalischen Journalistenverbands NUSOJ. Er hatte bereits in der Vergangenheit mehrfach Morddrohungen erhalten. Noch am Freitag sprach er mit einem Kollegen der Nachrichtenagentur AFP über die gefährliche Lage in Kismayo. Er wisse nicht, wie lange er noch als Journalist durchhalten werde, sagte er: "Ich habe solche Angst".

Reporter ohne Grenzen zeigte sich entsetzt über die neuerliche Ermordung eines Journalisten in Somalia. Die internationale Organisation warf den somalischen Behörden vor, nichts zum Schutz der Medien zu unternehmen. Nach den Worten von NUSOJ-Generalsekretär Omar Faruk Osman sind Journalisten "Freiwild" aller bewaffneten Gruppen. Mit ihren kritischen Berichten gerieten sie zwischen alle Stühle: Sowohl Anhänger der Übergangsregierung wie auch deren islamistische Gegner versuchten immer wieder, Medienvertreter gewaltsam zum Schweigen zu bringen, weil sie angeblich einseitig Stellung beziehen.

Die Republik am Horn von Afrika zählt laut dem Komitee zum Schutz von Journalisten (CPJ) nach dem Irak zu den gefährlichsten Ländern für Journalisten: Allein im vergangenen Jahr wurden demnach acht Medienvertreter getötet, ihre Mörder sind bis heute auf freiem Fuß.

Somalia ist seit dem Sturz von Diktator Siad Barre 1991 im Chaos versunken. Während des folgenden Bürgerkriegs kamen bis zu 500.000 Menschen ums Leben. Ein US-Militäreinsatz und zahlreiche Vermittlungsversuche zur Befriedung des Landes blieben bis heute erfolglos.