Saint-Denis-de-la-Réunion (AFP) — Rund 300 Menschen haben auf der französischen Insel La Réunion ihre Unterstützung für die vom Titelverlust bedrohte Miss France 2008 demonstriert. An der Solidaritätskundgebung für die 22-jährige Valérie Begue, die nach der veröffentlichung anzüglicher Fotos in Schwierigkeiten gekommen war, nahmen auch örtliche Politiker aller politischen Couleur teil. Sie warfen der Vorsitzenden des Auswahlkomitees, Geneviève de Fontenay, eine rassistische Haltung vor. Diese hatte unter anderem über die aus La Réunion stammende Miss France 2008 gesagt, Begue "solle da unten bleiben".
Begue war Anfang Dezember durch TV-Zuschauer und eine Jury aus Prominenten gewählt worden. Das Magazin "Entrevue" veröffentlichte am Freitag eine Serie von Fotos, auf denen sie unter anderem beim Schlecken von ausgeschüttetem Joghurt und als "Gekreuzigte" auf dem Wasser treibend zu sehen ist. Begue, die auf ihrer Heimatinsel vor der Ostküste Afrikas begeistert gefeiert wurde, lehnte einen Rücktritt ab. Es habe sich um alte persönliche Fotos gehandelt, für die sie nie bezahlt worden sei. Laut ihren Eltern erstattete sie gegen das Magazin und den unbekannten Vertreiber der Fotos Anzeige.
Ungeachtet der Proteste hält die Vorsitzende des Miss-France-Komitees an der Rücktrittsforderung fest. In der nächsten Woche werde das Komitee die Nächstplatzierte aus dem Wettbewerb, die 19-jährige Miss Neu-Kaledonien Vahinerii Requillart zur Nachfolgerin bestimmen, kündigte Fontenay an. Die Regeln seien klar, betonte sie. Alle Miss-Kandidatinnen müssten schriftlich versichern, dass sie niemals "in zweideutigen Posen oder vollkommen nackt" Model gestanden hätten. "Ich kann eine Miss France am Kreuz nicht dulden, das ist Gotteslästerung", sagte Fontenay.
Mehrere Organisationen, ehemalige Schönheitsköniginnen und Abgeordnete wollen ein Komitee zu Begues Unterstützung gründen. Die 22-Jährige schweigt derweil. Sie will sich erst wieder zur Anhörung vor dem Auswahlkomitee äußern.
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