Berlin (AFP) — Sieben Jahre nach den Terroranschlägen in den USA hat der Chef des Bundeskriminalamts (BKA), Jörg Ziercke, die Sicherheitsbemühungen in Deutschland hervorgehoben. Es müsse immer wieder darauf hingewiesen werden, "dass wir in einem weltweiten Gefahrenraum leben, dass wir in Europa, auch in Deutschland, bedroht sind, aber uns auch gut aufgestellt haben", sagte Ziercke im ZDF-Morgenmagazin. "Dass wir besonders das Terrorismus-Abwehrzentrum eingerichtet haben, dass die Bürger nicht in Sorge sein müssen, dass der Staat nicht alles unternimmt, um solche Gefahren abzuwehren."
Ziercke fügte hinzu, die Sicherheitsbehörden hätten "keine konkreten Anhaltspunkte" für eine aktuelle Anschlagsplanung in Deutschland. Es gebe aber rund 200 Ermittlungsverfahren mit islamistisch-terroristischem Ansatz, über 50 Menschen, die in Terrorcamps ausgebildet wurden und 23 Tatverdächtige, die seit 2003 durch deutsche Gerichte verurteilt worden seien wegen Mord, Teilnahme an einer terroristischen Vereinigung oder Schleusung von Kämpfern.
Der BKA-Chef vertrat die Auffassung, im Bemühen um die Verhinderung von Attentaten seien gewisse Einschränkungen für den Einzelnen nicht zu vermeiden. "Insgesamt ist es wichtig, ein Netzwerk von Informationen und Sicherheitsmaßnahmen gegen den Terrorismus aufzubauen", sagte Ziercke. Dies sei angesichts der völlig unterschiedlichen Arbeitsweisen und Erscheinungsformen des internationalen Terrorismus unabdingbar. "Das mag im Einzelfall auch überzogen erscheinen, aber wir müssen diese Art der Beeinträchtigung durchaus hinnehmen und akzeptieren, dass gerade der Flugverkehr ein besonderes Ziel des internationalen Terrorismus ist."
Eine Gefahr gehe sowohl von globalen Terror-Netzwerken als auch von Terrorzellen in Deutschland aus, mahnte Ziercke. Es sei eine "aktuelle Strategie" von El Kaida, gebürtige Deutsche hierzulande zu rekrutieren, weil solche Menschen es "viel leichter haben, auch in Deutschland oder in Europa Anschläge zu begehen". Es gebe aber auch die weltweiten, aus dem Ausland gesteuerten Netzwerke. "Diese Art gibt es auch in Deutschland".
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