Mexikanischer Innenminister bei Flugzeugabsturz getötet

Mexiko-Stadt (AFP) — Bei einem Flugzeugabsturz in Mexiko-Stadt ist der mexikanische Innenminister Juan Camilo Mouriño ums Leben gekommen. Nach Polizeiangaben zerschellte die Maschine nahe einer vielbefahrenen Straßenkreuzung unweit des Stadtzentrums am Boden. Dabei kam es zu einer gewaltigen Explosion, durch die mehrere Autos in Flammen aufgingen. Alle neun Insassen des Flugzeugs kamen nach Behördenangaben ums Leben, 40 Menschen wurden verletzt. Die Unglücksursache ist bislang unklar, Experten schlossen einen Anschlag jedoch aus. Der Innenminister hatte den Anti-Drogen-Kampf der mexikanischen Regierung geleitet.

Bei dem Unglück am Dienstagabend (Ortszeit) wurde eine große Katastrophe offenbar nur knapp vermieden: Die Maschine stürzte auf eine für Fußgänger reservierte Allee nahe der Kreuzung des Stadtrings und der wichtigsten Einfallsstraße zum Stadtzentrum, La Reforma, die im abendlichen Berufsverkehr stark befahren war. "Ich sah eine riesige schwarze Rauchwolte und hörte drei Explosionen", berichtete eine Augenzeugin. Innenminister Luis Téllez sprach von einem "sehr beklagenswerten Unfall", der in der Geschichte des Stadt beispiellos sei. Nach Behördenangaben hatte der Pilot der Unglückmaschine kurz vor dem Absturz einen Notfall an Bord gemeldet, bevor der Kontakt zum Tower abriss.

Die Maschine des Innenministeriums war auf dem Rückflug aus dem Bundesstaat San Luis Potosí im Zentrum des Landes, wo der 37-jährige Mouriño ein Sicherheitsabkommen unterzeichnet hatte. Der Innenminister war innerhalb der Regierung für die Bekämpfung der organisierten Kriminalität verantwortlich. Er leitete dabei besonders den Kampf gegen den Drogenhandel, in dem 36.000 Polizisten im ganzen Land eingesetzt sind. Unter den Toten ist auch José Luis Santiago Vasconcelos, ein Sicherheitsberater des Präsidenten. In Mexiko kämpfen mehrere Kartelle um die Vormachtstellung im Rauschgifthandel mit den USA. Seit Jahresanfang wurden bei Auseinandersetzungen zwischen der Drogenmafia und den Sicherheitskräften sowie der Kartellen untereinander bereits rund 4000 Menschen getötet.

Präsident Felipe Calderón zeigte sich tief bestürzt. Er habe einen seiner engsten Mitarbeiter und einen seiner besten Freunde verloren. Seine Regierung werde dafür sorgen, dass die "Hintergründe dieser Tragödie" aufgeklärt würden. Nach Angaben des Verkehrsministeriums sollen Experten der US-Flugsicherheitsbehörde FAA bei der Untersuchung der Unglücksursache helfen.