Berlin (AFP) — Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit hat den Vorschlag von EU-Kommissar Vladimir Spidla zur Neuregelung der Zeitarbeit heftig kritisiert. "Der Vorschlag, die Leiharbeiter den Festangestellten nach sechs Wochen gleich zu stellen, ist faktisch nicht umsetzbar und macht auch keinen Sinn", sagte IAB-Expertin für Zeitarbeit Elke Jahn der "Thüringer Allgemeinen". Die Zeitspanne von sechs Wochen sei eine willkürliche Festlegung und würde dazu führen, dass die entleihenden Firmen die Beschäftigung der Mitarbeiter nach genau dieser Zeit beenden.
Der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes der Zeitarbeiter AMP, Thomas Hetz, warnte gegenüber dem Blatt, dass vor allem in Ostdeutschland die Zeitarbeitsfirmen mit den Gehältern ihrer Kunden nicht mithalten könnten. "Viele Mittelständler müssten schließen", sagte Hetz.
Dagegen unterstützt SPD-Präsidiumsmitglied Christoph Matschie den Vorstoß Spidlas. "Verschärfte Regeln für den Einsatz von Leiharbeitern sind dringend erforderlich, weil immer niedrigere Löhne gezahlt und Normalarbeitsverhältnisse verdrängt werden", sagte Matschie der Zeitung. Allerdings wisse er nicht, ob die Sechs-Wochen-Begrenzung "die optimale Größenordnung ist".
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