C&A öffnet erste Filiale der Billig-Kette Avanti in Augsburg

Augsburg (AFP) — Das Modeunternehmen C&A unterbietet seine Preise für Hosen, Pullover und T-Shirts künftig selbst. In Augsburg eröffnete das Unternehmen die erste Filiale seiner neuen Billig-Kette Avanti, kommende Woche folgt die zweite in Gelsenkirchen. Einkaufen sollen dort "modeinteressierte und gleichzeitig sehr preisbewusste Kunden", wie C&A erklärte. Das Unternehmen nimmt damit den Wettbewerb mit Textil-Discountern wie KiK, Takko oder Ernsting's Family auf, die in den vergangenen Jahren stark gewachsen sind und mehr Geld verdienen als traditionelle Textil-Einzelhändler.

Fünf bis sechs Milliarden Euro geben die Deutschen laut C&A-Vorstandsmitglied Andreas Seitz im Jahr bei den Textil-Discountern aus. "Wir haben große Erwartungen" in dieses Marktsegment, erklärte er. C&A wolle in diesem Jahr zehn Avanti-Filialen in Deutschland eröffnen, sagte Seitz der Nachrichtenagentur AFP, und könne sich auch eine europaweite Expansion vorstellen. Der hart umkämpfte deutsche Markt sei bewusst für den Start gewählt worden.

C&A will sich dabei aber deutlich von den Discountern abheben. Die Avanti-Filialen entstehen in den Innenstädten und nicht in den Randlagen und sie sind mit 2000 bis 3000 Quadratmetern viel größer. Die "extrem niedrig kalkulierten Preise" bei Avanti erreicht C&A, weil das Sortiment sich ausschließlich an "junge Frauen und jung gebliebene Frauen und ihre Familie" richtet, wie Seitz sagte. Nischenprodukte wie Kleidung für Schwangere oder in XXL-Größe würden dort nicht angeboten. Die Qualitätsanforderungen an die Textilien und der soziale Verhaltenskodex der Gruppe gälten aber auch für Avanti, betonte Seitz. So werde dort etwa auch Kleidung aus Bio-Baumwolle angeboten.

C&A werde mit dem neuen Konzept Erfolg haben, schätzt Einzelhandelsexperte Johannes Siemes von der Unternehmensberatung KPMG. Bei Lebensmitteln hätten Discounter hierzulande einen Anteil von 40 Prozent, im Textileinzelhandel seien es erst zehn Prozent. "Die Textil-Discounter werden sich breiter machen", sagte er der Nachrichtenagentur AFP. Kunden, die heute noch Kleidung bei Aldi oder Lidl kauften, würden zu Textil-Discountern wechseln, da sie diesen bei den gleichen niedrigen Preisen mehr Kompetenz in Sachen Mode zutrauten.