Französische Behörden verbieten Zehnjährigem Stierkampf

Arles (AFP) — Die französischen Behörden haben einem zehnjährigen Jungen die Teilnahme an einem Stierkampf verboten. Der Franko-Mexikaner Michelito, der in Lateinamerika bereits ein Star ist, durfte am Wochenenende nicht mit anderen Stierkampf-Schülern bei einem Festival im südfranzösischen Fontvieille auftreten. Auf Anweisung der Staatsanwaltschaft, die sich um die Sicherheit des Kindes sorgte, sagte der Bürgermeister des Ortes sogar den gesamten Stierkampf ab. In Fontvieille sollten sich Nachwuchskämpfer aus Frankreich und Spanien mit Jungbullen messen, ohne diese jedoch zu töten oder zu verletzten.

Stierkampfgegner hatten die Staatsanwaltschaft auf Michelitos geplanten Auftritt aufmerksam gemacht. Sie kritisierten eine "Gefährdung" des Kindes und eine Verletzung des französischen Arbeitsrechts. Es handele sich um Kinderarbeit, argumentierten sie.

Kurz nach der Absage des Stierkampfs in Fontvieille kündigten die Veranstalter eine Verlegung ins benachbarte Arles an. Doch auch dort verboten die Behörden kurz vor dem geplanten Beginn den Stierkampf. "Ich bin enttäuscht", sagte Michelito nach der Absage. Es sei wie wenn man einem Kind, das Fußball spiele, sein Lieblingsspiel verbiete. Auch sein Vater Michel Lagravère, ein früherer Stierkämpfer, zeigte sich überrascht: "Wir hatten dieses Problem nicht in anderen Kommunen Frankreichs." In Lateinamerika nehme Michelito bereits an richtigen Stierkämpfen teil, bei denen die Tiere am Ende auch getötet würden.