Islamisten bekennen sich zu Anschlagserie in Indien

Ahmedabad (AFP) — Bei einer Serie von Anschlägen in der indischen Stadt Ahmedabad sind mindestens 45 Menschen getötet worden. Zu den Attentaten, die neben zentralen Plätzen auch zwei Krankenhäuser ins Visier nahmen, bekannte sich laut Medienberichten eine islamistische Gruppe namens "Indische Mudschahedin". Nach Behördenangaben explodierten am Samstag binnen etwa einer Stunde in der Handelsmetropole im Bundesstaat Gujarat 16 ferngezündete Bomben. Mehr als 160 Menschen wurden verletzt. Die Polizei fahndete nach den Urhebern der Anschläge. Indiens Regierung rief die Bevölkerung zur Ruhe auf.

Die Explosionen ereigneten sich nach Behördenangaben am frühen Abend innerhalb einer Stunde. Alle Bomben seien mit Zeitzündern ausgerüstet gewesen und 36 Minuten nach Zündung explodiert. Betroffen waren Busse, Märkte und zwei Krankenhäuser. In beiden Hospitälern lagen nach Angaben von Reportern Verletzte auf den Fußböden. Die Polizei entschärfte am Sonntag drei nicht explodierte Sprengsätze. Auf der Suche nach den Urhebern der Anschläge wurden bei Razzien in Ahmedabad mehrere Menschen festgenommen, wie die indische Nachrichtenagentur PTI meldete.

Nach Berichten indischer Fernsehsender bekannte sich eine kaum bekannte Gruppierung namens "Indische Mudschahedin" zu den Anschlägen. Ob diese wirklich die Urheber waren, wurde offiziell zunächst nicht bestätigt. Die Polizei durchsuchte Berichten zufolge am Sonntag ein Haus in der Nähe der Metropole Bombay. Dabei wurde die Festplatte eines Computers beschlagnahmt, von dem möglicherweise die E-Mail mit dem Bekennerschreiben abgesandt wurde. In einer ähnlichen Mail an mehrere Nachrichtensender hatte sich die Gruppe schon im Mai zu einem Anschlag in Jaipur bekannt, bei dem 60 Menschen getötet wurden.

In Ahmedabad herrschte am Sonntag Ruhe, Polizei, Armee und paramilitärische Truppen patrouillierten im Stadtgebiet. Die indische Präsidentin Pratibha Patil appellierte an die Bürger von Ahmedabad, Frieden und Harmonie aufrechtzuerhalten. "Wir dürfen nicht zulassen, dass jemand diese Explosionen nutzt, um noch mehr Terror (...) zu verbreiten", sagte Indiens Innenminister Shivraj Patil.

Ahmedabad ist die Handelsmetropole des Bundesstaates Gujarat. Sie zählt mit ihrem florierenden Diamenten- und Textilhandel zu den reichsten Städten Indiens. In der Stadt hatte es 2002 schwere Zusammenstöße zwischen Muslimen und Hindus gegeben.

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