Stockholm (AFP) — Teilchenforscher aus den USA und Japan werden mit dem diesjährigen Physik-Nobelpreis ausgezeichnet. Die Japaner Makoto Kobayashi und Toshihide Maskawa sowie der US-Wissenschaftler Yoichiro Nambu werden damit für ihre Pionierarbeit auf dem Gebiet der Teilchenforschung geehrt, wie die Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm mitteilte. Die Ehrung ist mit zehn Millionen Kronen (rund eine Millionen Euro) dotiert und wird am 10. Dezember in Stockholm überreicht.
In den 60er Jahren formulierte der heute 87-jährige Nambu seine Thesen, wonach es in der Natur zu spontanen Symmetriebrechungen kommt. Diese Erkenntnis floss in das Standardmodell der Elementarteilchenphysik ein, das die kleinsten Bauteile der Materie und drei der vier Naturkräfte in einer einzigen Theorie vereint, wie die Jury erklärte. Der gebürtige Japaner Nambu arbeitet am Enrico Fermi Institute der Universität von Chicago.
Die beiden Japaner Kabayashi und Maskawa werden für ihre Entdeckung der Grundlagen der gebrochenen Symmetrie geehrt, die die Existenz von mindestens drei Familien von Quarks, den subatomaren Teilchen, nahelegt. Deswegen musste das Standardmodell der Teilchenphysik auf drei Quarkfamilien erweitert werden. Die beiden Forscher beschäftigten sich bereits 1972 mit den gebrochenen Symmetrien. Erst 2001 wurden die neuen Quarks unabhängig voneinander in den USA und Japan experimentell nachgewiesen.
Das Arbeitsfeld der drei Forscher steht im Fokus des weltgrößten Teilchenbeschleunigers LHC in Genf, der im September in Betrieb ging. Mit den Experimenten in der Anlage wollen Physiker die Geheimnisse um die Entstehung des Universums beim Urknall vor rund 14 Millionen Jahren und den Aufbau der Materie entschlüsseln.
Der 64-jährige Kobayashi erklärte in Tokio, er habe mit der Würdigung nicht gerechnet. Er habe seine Thesen immerhin bereits vor 30 Jahren formuliert. Die High Energy Accelerator Research Organization (KEK) in Tokio, wo Kobayashi arbeitet, gratulierte den Preisträgern. Ein Sprecher sagte, dies seien "großartige Neuigkeiten". Alle drei Forscher hätten "großartige Beiträge" geliefert. Der 68-jährige Maskawa sprach von einer großen Ehre. Maskawa lehrt an der Universität von Kyoto.
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