Brüssel (AFP) — Die Regierungen von Belgien, Frankreich und Luxemburg stützen die angeschlagene Dexia-Bank mit 6,4 Milliarden Euro. Darauf hätten sich die drei Staaten geeinigt, teilte der belgische Ministerpräsident Yves Leterme mit. Die Finanzspritze soll die Märkte beruhigen, nachdem die Dexia-Titel am Vortag um fast 30 Prozent eingebrochen sind. Am Montag wurde die Aktie in Paris auf Antrag der Finanzmarktaufsicht vom Handel vorerst ausgesetzt.
Belgien, die Niederlande und Luxemburg hatten erst am Sonntag das in Bedrängnis geratene Finanzhaus Fortis teilweise verstaatlicht. Im Gegenzug hatten sie dem Konzern 11,2 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt.
Die belgische Seite investiert insgesamt drei Milliarden Euro in die Dexia-Bank, Frankreich gleichfalls drei Milliarden und Luxemburg 376 Millionen Euro. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy sah sich gezwungen, um fünf Uhr morgens wegen des angeschlagenen Instituts eine Krisensitzung seines Kabinetts mit Notenbankchef Christian Noyer einzuberufen. Der Elysée-Palast erklärte zu dem Rettungsplan am Vormittag, Frankreich werde künftig eine "Sperrminorität" von mehr als 25 Prozent an der Bank halten. Indirekt besitzt Frankreich über die Staatsbank Caisse des dépôts bereits jetzt eine Anteil von elf Prozent.
Die Entscheidung sei getroffen worden, um die weitere Finanzierung der französischen Kommunen sicherzustellen, deren Hauptgeldgeber die Dexia ist, teilte das französische Präsidialamt mit. Gleichzeitig sei es darum gegangen, "zur Sicherheit und Stabilität des französischen und europäischen Finanzsystems beizutragen". Am Vormittag wird Sarkozy in Frankreich mit Vertretern aus der gesamten französischen Banken- und Versicherungsbranche zu einem Krisentreffen zusammenkommen, nachdem in Frankreich immer mehr Institute als gefährdet gelten.
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