Köln (AFP) — Der frühere Chefstratege der Bundeswehr, Ulrich Weisser, hat heftige Kritik an der Russland-Politik der NATO geübt. Das Bündnis steuere auf eine Konfrontation mit Russland zu, deren Gefahren in keinem Verhältnis zu den Problemen Georgiens stünden, schreibt der ehemalige Vize-Admiral im "Kölner Stadt-Anzeiger". "Die Scharfmacher in der NATO, allen voran die USA, haben durchgesetzt, dass es vorerst keine Sitzungen des NATO-Russland-Rates mehr gibt", erklärt Weisser weiter. Dabei sei der NATO-Russland-Rat gerade "als Forum für Konsultationen" in Krisenzeiten gegründet worden.
"Die USA, Großbritannien, Polen und die Balten haben das Bündnis auf einen gefährlichen Kurs gebracht, der für Europa nichts Gutes verheißt", schreibt Weisser. Die NATO brauche Russland für "politische Lösungen auf dem Balkan, im Iran, im Nahost-Konflikt und vor allem für Energiesicherheit". Deshalb sei es im deutschen Interesse, einen anderen Kurs zu steuern und "dabei durchaus in Kauf zu nehmen, im Gegensatz zur Bush-Administration und zu unseren Nachbarn im Osten zu stehen".
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