Mindestens zwölf Tote in Europa durch Orkantief "Emma"

Berlin/Wien (AFP) — Durch das Orkantief "Emma" sind nach neuesten Angaben mindestens zwölf Menschen in Europa ums Leben gekommen, sieben von ihnen stammten aus Deutschland. Zahlreiche Menschen wurden verletzt. "Emma" verursachte Millonenschäden, blieb aber schwächer als der Orkan "Kyrill", der vor einem Jahr durch das Land gezogen war. Am schwersten betroffen war Bayern, wo orkanartige Böen Dächer und Industriehallen abdeckten und Bäume auf Häuser, geparkte Autos und Stromleitungen stürzten.

In Rheinland-Pfalz wurde ein Autofahrer nach Polizeiangaben von einem Baum erschlagen. Im bayerischen Oberpfaffenhofen trieb eine Sturmböe den 72-jährigen Fahrer eines Motorrollers auf die Gegenfahrbahn, wo er von einem LKW erfasst wurde. Im baden-württembergischen Bissingen an der Teck wurde ein 19-Jähriger ebenfalls bei einem Verkehrsunfall getötet. Im Landkreis Freiberg in Sachsen starb die 68-jährige Beifahrerin eines Pkw, vier weitere Menschen wurden verletzt. Auf der A 9 bei Halle verlor der 48-jährige Fahrer eines Kleintransporters wegen Seitenwinds die Kontrolle über sein Fahrzeug. Er verstarb später im Krankenhaus.

Unter den mindestens vier Todesopfern in Österreich waren zwei deutsche Urlauber. Auf dem Tiroler Campingplatz in Walchsee starb ein 69-jähriger Deutscher unter seinem Wohnwagen, wie die Polizei mitteilte. Nahe dem Wintersportort Kitzbühel stürzte ein Baum auf ein fahrendes Auto und erschlug den aus Deutschland stammenden Fahrer. Zudem starben eine Autofahrerin in Niederösterreich sowie ein Taxi-Passagier in Salzburg.

In Tschechien erlag ein elfjähriges Mädchen seinen Verletzungen, nachdem es in der Nähe von Prag von einem umstürzenden Baum getroffen wurde. Ein 80-jähriger Mann wurde im Osten des Landes von einem Metalldach erschlagen. In Polen starb in der Region Stettin ein 42-jähriger Autofahrer, als ein Baum auf sein Fahrzeug stürzte.

Mehrere Menschen wurden in Deutschland durch die Auswirkungen des Sturms schwer verletzt. Im nordrhein-westfälischen Arnsberg erlitt eine 41-jährige Frau durch einen umstürzenden Baum schwere Verletzungen. Bei Erding in Bayern stürzte ein Reisebus in einen Straßengraben, sechs Insassen wurden verletzt. In Brühl bei Bonn fuhr ein ICE in einen umgestürzten Baum; der Lokführer trug leichte Verletzungen davon.