Bangalore (AFP) — Eine Serie von Bombenanschlägen mit mindestens zwei Toten und mehreren Verletzten hat die südindische IT-Metropole Bangalore in Alarm versetzt. Bei sieben Explosionen in verschiedenen Stadtteilen seien zwei Menschen ums Leben gekommen, sagte ein Polizeisprecher. Rund ein Dutzend Menschen wurden verletzt. Indische Medien sprachen von drei Toten. Bei mehreren Explosionen wurden ersten Ermittlungen zufolge Zeitzünder verwendet. Zu den Taten, die in der Nähe von Polizeistationen, in einem Geschäftsviertel und in der Nähe von Computerfirmen verübt wurden, bekannte sich zunächst niemand.
Für Bangalore gelte erhöhter Alarmzustand, teilte die Polizei mit. Mehrere der zahlreichen in der südindischen Metropole angesiedelten Technologiefirmen machten früher Dienstschluss. Die Ermittler suchten unterdessen nach den Tätern. Bei zwei oder drei Sprengsätzen sei ein Zeitzünder verwendet worden, der möglicherweise durch ein Handy ausgelöst wurde. Ingesamt zählte die Polizei sieben Explosionen. Zunächst war von fünf Explosionen binnen einer Dreiviertelstunde die Rede gewesen, deren Sprengkraft der von ein bis zwei Granaten entsprochen habe. Ein Geheimdienstmitarbeiter sagte der Nachrichtenagentur AFP, für einen Verdacht, wer hinter der Anschlagsserie steht, sei es noch zu früh.
Zwei Bomben detonierten vor Polizeistationen, eine weitere in einem vornehmen Geschäftsviertel in der Innenstadt und eine vierte im Stadtteil Koramangla, in dem mehrere Software-Firmen angesiedelt sind. Die übrigen drei Sprengsätze explodierten der Polizei zufolge in südlichen Vororten von Bangalore. Der Staatssekretär im indischen Innenministerium, Madhukar Gupta, teilte mit, die Explosionen hätten sich in einem Umkreis von zehn bis 15 Kilometern ereignet.
"Solche Vorfälle werden die Regierung nicht von ihrer Politik abhalten, entschieden gegen anti-nationale Elemente vorzugehen", sagte Innenminister Shivraj Patil nach Angaben der Nachrichtenagentur Press Trust of India. In Indien sind unter anderem islamistische Gruppen sowie maoistische Rebellen aktiv.
Bangalore ist eine multikulturelle Technologiehochburg, in der rund 1500 indische und ausländische Firmen angesiedelt sind. In der Hauptstadt des Bundesstaates Karnataka leben mehr als sechs Millionen Menschen, die verschiedenen Religionen angehören. Bislang blieb Bangalore von den in anderen indischen Landesteilen häufigen Anschlägen weitgehend verschont. Im Dezember 2005 waren bei einem islamistischen Angriff auf eine Wissenschaftseinrichtung allerdings ein Mensch getötet und vier weitere verletzt worden.
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