Autoindustrie sieht Anlass zur Hoffnung für deutschen Markt
Berlin (AFP) — Die deutsche Autoindustrie rechnet trotz erster Anzeichen für eine wirtschaftliche Abkühlung mit einem Aufwärtstrend bei den Autoverkäufen in diesem Jahr. "Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung bietet gute Voraussetzungen für die allmähliche Erholung der Inlandsnachfrage", erklärte der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann. Der VDA halte daher an seiner Prognose fest, dass in Deutschland in diesem Jahr voraussichtlich 3,2 Millionen neue Fahrzeuge zugelassen werden. Der Verband der Autoimporteure (VDIK) und der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer sehen dagegen keine Anzeichen für eine Markterholung.
Der deutschen Neuwagenmarkt könne in diesem Jahr gleich von mehreren Faktoren profitieren, erklärte Wissmann. So hätten die Autos der Deutschen derzeit ein relativ hohes Durchschnittsalter von rund neun Jahren. Neuanschaffungen seien deswegen schon längst überfällig. Zudem könnten sich immer mehr Menschen wegen der steigenden Beschäftigungsquote ein Auto leisten.
Allerdings scheuten viele Verbraucher derzeit einen Neukauf, weil die Bundesregierung noch kein klares Signal gegeben habe, wie die neue Kfz-Steuer ab 2010 aussehen soll. "Die privaten Halter müssen endlich erfahren, wie die CO2-basierte Kraftfahrzeugsteuer aussehen wird, wann sie in Kraft tritt und welche Konsequenzen das für ihre individuellen Mobilitätspläne haben wird", forderte Wissmann.
Für Verunsicherung bei den deutschen Verbrauchern sorgten zudem die derzeit rasant steigenden Ölpreise und die allgemein hohe Inflation von zuletzt rund drei Prozent. "Dessen ungeachtet besteht Anlass zur Hoffnung, dass die ersten Anzeichen einer sich allmählich erholenden Nachfrage nach Automobilen, wie sie im ersten Quartal zu beobachten sind, sich weiter verstetigen", erklärte Wissmann weiter. Er gehe davon aus, dass die Zahl der Neuzulassungen 2008 von rund 3,15 Millionen Fahrzeugen auf 3,2 Millionen steige, erklärte Wissmann.
Der VDIK sieht im Gegensatz zum VDA noch keine Trendwende am Automarkt. Zwar sei am deutschen Automarkt im Juni ein Zuwachs von einem Prozent gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen. Jedoch sei nach wie vor eine "schwache private Nachfrage und das Fehlen staatlicher Anreize zum Umstieg auf ein abgasärmeres neues Fahrzeug zu spüren". Eine Markterholung sei derzeit nicht in Sicht.

