Berlin (AFP) — Im Kampf gegen die Bestechung ausländischer Beamter durch Wirtschaftsunternehmen hat Deutschland einer Studie zufolge weltweit eine Vorreiterstellung. Die Zahl entsprechender Ermittlungsverfahren habe sich in den vergangenen Jahren auf 200 summiert, teilte die Antikorruptionsorganisation Transparency International (TI) in Berlin mit. Damit habe es in Deutschland zwischen 2001 und 2008 so viele Verfahren gegeben wie in keinem anderen der 34 untersuchten Mitgliedsländer der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).
Auf Platz zwei lagen die USA mit insgesamt 69 und auf Rang drei die Schweiz mit 36 Verfahren. Positiv bewerteten die Korruptionswächter, dass die deutschen Justizbehörden den Kampf gegen Auslandsbestechung weiter ausdehnen. So seien allein im vergangenen Jahr 88 neue Verfahren wegen der Bestechung ausländischer Beamter eingeleitet und in neun Fällen Urteile gesprochen worden. 2006 seien es dagegen nur 65 Verfahren gewesen.
Für 2008 rechnet TI mit einem weiteren Anstieg der Zahl der Prozesse. Jedoch müssten andere Länder dem positiven Beispiel Deutschlands folgen, erklärte TI. In Industrienationen wie Großbritannien, Italien, Kanada oder Japan werde die sogenannte Auslandskorruption kaum bekämpft, hieß es.
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