Ärzte ohne Grenzen: Medien ignorieren humanitäre Unglücke

New York (AFP) — Das Leben von Prominenten, die anstehenden Präsidentschaftswahlen und der Irak haben 2007 die Schlagzeilen der US-Medien dominiert. Ignoriert wurden dort hingegen die verheerenden humanitären Katastrophen, wie die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MsF) bei der Vorstellung einer Lister der zehn am meisten vernachlässigten Themen kritisierte. So sei nicht über die Gewalt und Flüchtlingsströme in der zentralafrikanischen Republik, in Somalia und Sri Lanka berichtet worden. Zu den Top-10 der vernachlässigten Themen zählte die Organisation auch die Konflikte im Kongo, Kolumbien, Birma, Simbabwe und Tschetschenien.

Ebenso sei über Tuberkulose-Opfer und unterernährte Kinder zu wenig berichtet worden. "Millionen Menschen, die in Kriege geraten sind, ihr Heim verlassen mussten und ohne medizinische Grundversorgung leben, haben kein Recht auf eine Aufmerksamkeit, die dem Ausmaß ihrer Lage entspricht", heißt es in der Erklärung von MsF. Die Hilfsorganisation veröffentlicht seit 1998 jedes Jahr eine Liste mit vernachlässigten Themen. Die Missachtung von Menschenrechten in Tschetschenien erschien dort bereits acht Mal, Somalia sieben Mal.