Fünf Grammys für Soul-Diva Amy Winehouse

Los Angeles (AFP) — Starkes Comeback nach der Krise: Die britische Soul-Diva Amy Winehouse ist bei der 50. Grammy-Gala mit gleich fünf Auszeichnungen geehrt worden. Die 24-Jährige erhielt bei der Verleihung in Los Angeles einen Grammy unter anderem für die CD und den Song des Jahres. Winehouse reiste zwar nicht persönlich an, meldete sich aber per Satellitenschaltung zu Wort. Erstmals bekam mit dem Pianisten Herbie Hancock ein Jazz-Musiker den Top-Preis "Album des Jahres".

Auch nach Deutschland ging ein Grammy - als beste Choraufführung wurde eine Aufzeichnung des deutschen Requiems mit dem Berliner Rundfunkchor unter Leitung von Star-Dirigent Sir Simon Rattle und Chorleiter Simon Halsey ausgezeichnet.

Winehouse' Album "Back to Black" ist die "CD des Jahres", der dazugehörige Hit "Rehab" wurde "Song des Jahres". Weitere Grammys bekam die Britin, die zuletzt vor allem mit Drogenproblemen Schlagzeilen gemacht hatte, als "Beste Neue Künstlerin", für das beste Pop-Album und für ihren Gesang bei "Rehab".

Eine sichtlich verblüffte Winehouse, die via Satellit zugeschaltet war, widmete die Ehrung ihrem Mann Blake Fielder-Civil, der derzeit im Gefängnis auf seinen Prozess wartet, "meinem eingekerkerten Blake und London, das ist für London". Die US-Behörden hatten Winehouse erst am Freitag ein Visum erteilt, nachdem sie ihr wegen ihrer Drogenprobleme zunächst die Einreise verweigert hatten.

Hancock zeigte sich sichtlich bewegt, nachdem er in der Grammy-Königsklasse die Konkurrenz aus Pop und Rock ausgestochen hatte: "Es hat 43 Jahre gedauert, bis ein Jazz-Künstler mit dem Preis für das Album des Jahres ausgezeichnet wurde", sagte er.

Der achtfach nominierte US-Rapper Kanye West, der als Grammy-Favorit galt, durfte vier Trophäen mit nach Hause nehmen, unter anderem in der Kategorie "Bester Rap-Song" für seinen Hit "Good Life" und für das beste Rap-Album ("Graduation").

Die Band Foo Fighters bekam für "Echoes, Silence, Patience, Grace" den Grammy für das beste Rock-Album. Alt-Rocker Bruce Springsteen holte Grammys unter anderem für den besten Solo-Rock-Gesang. Für den besten Pop-Gesang wurde Justin Timberlake ausgezeichnet.

Auch US-Präsidentschaftsanwärter Barack Obama bekam einen Grammy: Für die Hörbuchfassung seines Buchs "The Audacity of Hope: Thoughts on Reclaiming the American Dream" erhielt er den Preis in der Kategorie "Gesprochenes Wort".