Berlin (AFP) — Ein Vergleich zwischen Männern und Frauen beim Autofahren ergibt einen klaren Punktesieg für das sogenannte starke Geschlecht: allerdings nur in der Flensburger Verkehrssünderkartei. Der Auto Club Europa (ACE) gab anlässlich des Internationalen Frauentages am Samstag bekannt, rund 65 Prozent der Verkehrsunfälle würden von Männern verursacht. Auf deren Konto gingen sogar 80 Prozent der Punkte-Einträge im Verkehrszentralregister des Kraftfahrtbundesamtes. Auf vier dort registrierte Männer kommt nur eine Frau. Auch Alkohol hinterm Steuer sei "klare Männerdomäne".
Die früher übliche Männer-Replik, Frauen führen ja auch viel weniger Auto als Männer, kann dabei so nicht mehr gelten. Seit dem Jahrgang 1964 machen Frauen genauso oft den Führschein wie Männer - und fast jeder dritte Wagen ist auf eine Halterin zugelassen ist. Die Zahl der durch Frauen verursachten schweren Unfälle liege dagegen weit unter dem Durchschnitt, hebt der ACE hervor. "Wenn Frauen es krachen lassen, bleibt es meist beim Blechschaden." Frauen hinterm Lenkrad haben nach Darstellung des ACE auch weniger Probleme damit, Verkehrsregeln zu befolgen. Aus dem Verkehrszentralregister gehe eindeutig hervor: Je höher der Punktestand, desto seltener wurde er von einer Frau eingefahren.
Ein hundertprozentiges Führungszeugnis stellt der Autoclub den Frauen allerdings auch nicht aus: Der genauere Blick auf die Punktestände in Flensburg zeige Auffälligkeiten anderer Art: So seien Frauen in Sachen Tempo gar nicht so weit von den Männern entfernt - immerhin machen auch bei ihnen Geschwindigkeitsübertretungen fast 60 Prozent der Eintragungen aus. Dabei verursachten sie allerdings lange nicht so viele Unfälle wegen nicht angepasster Geschwindigkeit. Im Vergleich zu Männern lägen sie zwar bei der Missachtung der Vorfahrt vorn, betätigten seltener den Blinker und machten mehr Fehler beim Abbiegen. Doch auch hier fallen die Folgen laut ACE meist eher harmlos aus.
Besonders erfreulich sei die Vernunft junger Frauen in Sachen Alkohol, berichtet der ACE. Vor allem Fahrerinnen unter 25 Jahren fielen in den Statistiken wie auch auf der Straße positiv durch ihre nüchterne Fahrweise auf - ganz anders als Männer in diesem Alter. Die Schlussfolgerung des ACE ist eindeutig: "Männer schaffen es häufig immer noch nicht, wenigstens im Straßenverkehr ihren riskanten Jagdtrieb zu zügeln."
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