Berlin (AFP) — Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat der Türkei weitere Verhandlungen über einen Beitritt zur Europäischen Union zugesagt. Die eingeleiteten Verhandlungen würden fortgesetzt, sagte Merkel nach einem Treffen mit dem türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan in Berlin. Es sei allerdings "noch eine lange Wegstrecke zu gehen". Erdogan betonte in einem Beitrag für die "Süddeutsche Zeitung", sein Land könne zwischen Europa und dem Nahen Osten vermitteln.
Auf die Frage nach Plänen für ein Dreiertreffen von Deutschland, Frankreich und der Türkei sagte sie, die Zusammenkunft sei noch nicht fest mit Datum verabredet.
Bei den EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei gelte der lateinische Ausspruch "pacta sunt servanda" ("Verträge sind einzuhalten"), sagte Merkel. Erdogan sagte, die Türkei sei in den vergangenen Jahren von Deutschland immer bei ihren Bemühungen um eine Annäherung an die EU unterstützt worden.
Auf die Frage nach Plänen für ein Dreiertreffen von Deutschland, Frankreich und der Türkei sagte Merkel, die Zusammenkunft sei noch nicht fest mit Datum verabredet. Die beiden großen EU-Staaten Deutschland und Frankreich widersetzen sich einer EU-Vollmitgliedschaft der Türkei und bieten ihr stattdessen eine privilegierte Partnerschaft an. Der französische Präsident Nicolas Sarkozy hatte seine Ablehnung damit begründet, dass die Türkei als überwiegend muslimisches Land nicht zu Europa gehöre.
Erdogan schrieb in der "SZ", die Türkei befinde sich als NATO-Staat und EU-Beitrittskandidat an der "Nahtstelle zwischen europäischer Stabilität und einem zunehmend instabilen und frustrierten Nahen und Mittleren Osten". Ihre geografische Lage mache die Türkei zu einem "zentralen Akteur einer wirksamen westlichen Strategie" zur Lösung der Konflikte dieser Region, die nicht zu einer Gefahr für die globale Sicherheit werden dürften.
In der Rolle einer "Mittlerin und Agentin für Stabilität und positiven Wandel" werde die Türkei durch eine Vollmitgliedschaft der Europäischen Union "zum Vorteil beider Seiten" gestärkt, unterstrich Erdogan. Die Türkei sei "eines von ganz wenigen Ländern der Welt, vielleicht sogar das einzige, das erfolgreich Islam, Demokratie und Moderne vereint". Erdogan wies zudem auf die Bemühungen seines Landes zur Stabilisierung und Integration des Irak hin.
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