Katholischer Weltjugendtag in Sydney mit Messe eröffnet

Sydney (AFP) — Mehr als 100.000 junge Katholiken aus allen Kontinenten haben mit einer Messe am Hafen von Sydney den katholischen Weltjugendtag eröffnet. Das Oberhaupt der australischen Katholiken, Kardinal George Pell, zelebrierte den Gottesdienst unter freiem Himmel, bei dem auch Premierminister Kevin Rudd einige Worte an die Pilger richtete. Das größte christliche Jugendfestival der Welt dauert bis Sonntag; am Donnerstag soll auch Papst Benedikt XVI. zu den jungen Gläubigen stoßen.

Kardinal Pell mahnte die Teilnehmer des Weltjugendtages in seiner Begrüßungsansprache, bei allem Enthusiasmus in den kommenden Tagen auch das Beten nicht zu vergessen. Rudd, ein Anglikaner, hieß die "Jugend der Welt zu dieser Feier des Glaubens und des Lebens" willkommen. "Wenn junge Menschen in der Geschichte der Welt gereist sind, war das viel zu oft wegen eines Krieges", rief Rudd den Gläubigen zu. "Aber Ihr seid Pilger des Friedens."

Zuvor waren Delegationen aus den 168 teilnehmenden Staaten mit ihren Landesfahnen aufgetreten, australische Ureinwohner hatten einen traditionellen Willkommenstanz aufgeführt. Insgesamt haben sich 125.000 Pilger aus aller Welt zu dem religiösen Jugendfestival angekündigt, dazu werden noch einmal 100.000 Teilnehmer aus Australien erwartet. Auch 6000 deutsche Pilger haben sich nach Angaben der Deutschen Bischofskonferenz auf den Weg nach Sydney gemacht. Der letzte Weltjugendtag hatte vor drei Jahren in Köln stattgefunden.

Der 81-jährige Papst erholt sich derzeit in einem Studienzentrum des ultrakonservativen Opus Dei nahe Sydney von den Strapazen der Flugreise. Bei seinem neuntägigen Australien-Besuch will das Oberhaupt der katholischen Kirche das Thema Umweltschutz in den Mittelpunkt stellen. Außerdem hat Benedikt XVI. versprochen, sich wie zuvor in den USA für den sexuellen Missbrauch von Kindern durch katholische Geistliche zu entschuldigen. Höhepunkt des Papst-Besuchs ist die Abschlussmesse am Sonntag, zu der 500.000 Gläubige erwartet werden.

Das australische Bundesgericht hob unterdessen ein Gesetz auf, das Kritik an den Teilnehmern des Weltjugendtages und an der katholischen Kirche verboten hatte. Das Gericht urteilte, das umstrittene Gesetz des Bundesstaates New South Wales widerspreche dem Grundrecht der freien Meinungsäußerung. Das Gesetz hatte "störendes Benehmen" während des Weltjugendtages verboten.