Kabul/Paris (AFP) — Nach dem Tod von zehn französischen Soldaten in Afghanistan hat sich Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy bei einem Truppenbesuch entschlossen gezeigt, den Einsatz fortzusetzen. Das Engagement in Afghanistan sei "unerlässlich" im Kampf gegen den internationalen Terrorismus, sagte Sarkozy bei Kabul. Die Opposition in Paris verlangte dagegen eine Überprüfung der Afghanistan-Strategie. Laut der Zeitung "Le Monde" berichteten an den Gefechten beteiligte Soldaten, sie hätten zu spät Hilfe erhalten. Zudem hätten NATO-Kampfflugzeuge beim Beschuss der angreifenden Taliban versehentlich französische Soldaten getroffen.
"Die beste Weise, Euren Kameraden die Treue zu halten, ist es, weiter zu machen, den Kopf zu heben, professionell zu handeln", sagte Sarkozy vor französischen Soldaten im Hauptquartier des Kabuler Regionalkommandos der ISAF-Schutztruppe. Auch wenn er nach dem Tod der Soldaten "unter Schock" gestanden habe, bereue er seine Entscheidung nicht, Truppen nach Afghanistan zu entsenden, sagte Sarkozy.
Sarkozy besuchte die Kapelle des Stützpunktes, in dem die Särge mit den zehn getöteten Soldaten aufgebahrt waren. Zudem traf der Präsident einige Verletzte der Kämpfe. Elf Schwerverletzte wurden nach Paris ausgeflogen. Auch die Leichen der getöteten Soldaten sollten am Mittwochabend dort eintreffen.
Bei dem Angriff verletzte Soldaten beklagten laut "Le Monde", sie hätten nach dem Angriff radikalislamischer Taliban-Kämpfer "vier Stunden ohne Verstärkung" ausharren müssen. Dies erkläre auch die hohe Zahl der Opfer, die - anders als vom Generalstab in Paris behauptet - nicht gleich zu Beginn der Kämpfe getötet worden seien. Die NATO erklärte, sie werde Berichte prüfen, wonach eigene Flugzeuge die französischen Soldaten beschossen hätten.
Die französische Einheit waren am Montag im bisher relativ friedlichen Bezirk Sarobi, rund 50 Kilometer östlich von Kabul, in einen Hinterhalt der Taliban geraten. Neun französische Soldaten wurden bei anschließenden Kämpfen getötet und 21 weitere verletzt. Ein weiterer Franzose kam am Dienstag ums Leben, als sich sein Panzerfahrzeug auf dem Weg zu den Verletzten überschlug. Es war der schwerste Verlust für die französische Armee seit 1983. Damals waren bei einem Anschlag auf den Stützpunkt Drakkar in Beirut 58 Menschen getötet worden.
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