ADAC: Mobile Navigationsgeräte können Autofahrer ablenken

Köln/München (AFP) — Mobile Navigationsgeräte können einem ADAC-Experten zufolge die Sicherheit von Autofahrern gefährden. "Die Bildschirme sind meist viel zu klein", kritisierte der ADAC-Navigationsexperte Arnulf Thiemel im "Kölner Stadt-Anzeiger" (Dienstagsausgabe). Außerdem würden sie "oft im Blickwinkel des Fahrers angebracht", auch das könne beim Fahren ablenken - ebenso wie die eine oder andere Spielerei: "Leider hat manch ein Hersteller aufgrund der Nachfrage nach Gimmicks das Wesentliche aus dem Blick verloren, nämlich die Verkehrssicherheit", sagte Thiemel dem Blatt. Ein gutes Navi-Gerät dirigiere den Fahrer mittels Stimme und nicht mit kleinteiligen Kartendarstellungen.

Autofahrer sollten die mobilen Navi-Geräte sorgfältig befestigen, empfahl Thiemel, denn bei Unfällen könnten schlecht befestigte Geräte "zu unberechenbaren Geschossen im Wageninneren werden". Der ADAC rate daher "auf jeden Fall zu Dockingstationen oder Festeinbau-Kits". Im übrigen seien die elektronischen Lotsen auch für Diebe sehr attraktiv. Es gebe "eine großen Zunahme von Autoaufbrüchen wegen dieser Geräte", sagte der ADAC-Fachmann.

Der ADAC testete 13 mobile Navi-Geräte, ein "sehr gutes" Modell jedoch fand sich nach Angaben des Automobilclubs nicht darunter. Selbst der Testsieger sei nur mit der Gesamtnote 1,8 davongekommen, teilte der ADAC am Montag mit. Allerdings seien die Ergebnisse für dieses mobile Navi-Gerät durchweg mindestens "gut" gewesen, in einigen Kategorien wie der Handhabung habe es sogar Bestnoten erzielt. Mit einem Preis von rund 450 Euro sei es aber auch das teuerste Gerät. Bei Konkurrenzmodellen gab es Punktabzug beispielsweise wegen einer verbesserungswürdigen Halterung oder "der relativ ungenauen Navigation".

Die ADAC-Tester lobten, dass mittlerweile fast alle Navigationshilfen mit dem Verkehrsnachrichtendienst TMC ausgestattet sind, mit dessen Hilfe sich bei Staugefahr automatisch Ausweichstrecken berechnen lassen. Gleichzeitig habe aber keines der getesteten Geräte Hinweise auf saisonal gesperrte Straßen geliefert - so dass Autofahrer auch schon mal vor einem gesperrten Alpenpass stehen könnten, wenn sie sich auf die mobilen Helfer verlassen. Nach Angaben des Automobilclubs lässt sich mittlerweile fast jeder vierte Autofahrer von einem Navigationsgerät zum Ziel lotsen.