Bangkok (AFP) — Auf der Flucht aus dem Militärstaat Birma nach Thailand sind 54 Menschen in einem Kühlcontainer erstickt. Die Opfer hätten zu einer Gruppe von insgesamt 121 Birmanern gehört, die von Schmugglern als Schwarzarbeiter nach Thailand eingeschleust worden waren, teilte die Polizei mit. Dicht gedrängt hätten sie in einem nur sechs Meter langen und 2,2 Meter breiten, luftdichten Container gesessen, der sonst dem Transport von Meeresfrüchten diente. Das Lüftungssystem war laut Polizei defekt. Die Flüchtlinge wollten auf der Urlaubsinsel Phuket als Saisonarbeiter Geld verdienen.
Bei den Toten handelte es sich um 37 Frauen und 17 Männer, wie Kraithong Chanthongbai mitteilte, der Polizeichef des Bezirks Suk Samran in der Provinz Ranong, wo die Leichen am Mittwochabend entdeckt worden waren. Zehn der Überlebenden werden noch wegen Austrocknung im Krankenhaus behandelt, die übrigen wurden von der thailändischen Polizei festgenommen. Ihnen droht die Auslieferung an ihr Heimatland. Jeder der Flüchtlinge hatte einer thailändischen Schlepperbande 5000 Bath, umgerechnet rund hundert Euro, gezahlt, um von der Grenze nach Phuket gebracht zu werden.
Eine der Überlebenden berichtete, die Insassen hätten an die Containerwände getrommelt, um auf ihre Notlage aufmerksam zu machen. Doch der Fahrer habe sie ermahnt, sich ruhig zu verhalten, um an Kontrollpunkten in Thailand nicht aufzufallen. Als der Lastwagenfahrer feststellte, dass einige der Insassen gestorben waren, flüchtete er.
Offiziell sind in Thailand rund 540.000 ausländische Arbeiter gemeldet, die Mehrzahl von ihnen stammt laut Arbeitsministerium aus Birma. Menschenrechtsgruppen vermuten aber eine weitere Million illegal eingereister Arbeiter in Thailand.
Birma ist trotz seines Reichtums an Bodenschätzen eines der ärmsten Länder der Welt; jahrzehntelange Misswirtschaft durch die regierende Militärjunta und internationale Sanktionen wegen der Missachtung der Menschenrechte haben das Land in den wirtschaftlichen Ruin getrieben. Im August und September 2007 hatte die Junta Proteste der Bevölkerung und buddhistischer Mönche gewaltsam niedergeschlagen.
Auf der Suche nach Arbeit und besseren Lebensbedingungen fliehen immer wieder Birmaner nach Singapur, Malaysia oder in andere asiatische Staaten. Die Flucht ist lebensgefährlich: Die thailändisch-birmanische Grenze ist vermint, immer wieder ertrinken Menschen bei der Überfahrt mit kleinen, nicht seetauglichen Booten.
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