Berlin (AFP) — Die Debatte über ein angeblich geplantes Verbot von Überraschungseiern für Kinder sorgt für Aufregung: Die FDP-Abgeordnete Miriam Gruß relativierte die Forderung der Bundestags-Kinderkommission nach einem Ende der "Koppelung von Nahrungsmitteln und Spielzeug". Damit sei kein Verbot von Überraschungseiern gemeint, erklärte Gruß in Berlin. Es gehe vielmehr um "einen expliziten Hinweis auf die Gefahren bei Kleinspielzeugen", die kombiniert mit Lebensmitteln angeboten werden und für Kleinkinder eine Erstickungsgefahr bergen könnten. Die herstellerfirma wies Forderungen nach einem Verbot zurück.
Dem TV-Sender N24 sagte Gruß, es sei "nie von einem Verbot die Rede" gewesen, vielmehr stellten die Empfehlungen einen "Appell an die Industrie" dar, Nahrungsmittel und Spielzeug zu trennen. Dabei gehe es neben Überraschungseiern auch um bestimmte Frühstücksflocken, deren Packungen kleine Spielzeuge enthielten. In einer Stellungnahme zu "Sicherheits- und Gesundheitsrisiken für Kinder" hatte die Kinderkommission allerdings Ende Juli noch gefordert: "Keine Koppelung von Nahrungsmitteln und Spielzeug". Diese Kombination erschwere Kindern die Unterscheidung zwischen essbaren und nichtessbaren Teilen, was "besonderes Gefahrenpotenzial" berge.
Der Hersteller der "Kinder Überraschung", Ferrero, verwies in der "Welt" darauf, dass es "keinerlei Beweise" für eine erhöhte Gefahr gebe, zumal "das Spielzeug durch eine Kapsel von der Schokolade getrennt" sei. Auch die EU-Spielzeugsicherheitsrichtlinie sehe kein Verbot von Kombinationsprodukten vor, sagte eine Unternehmenssprecherin. Das "Ü-Ei" ist nach Ferrero-Angaben in Deutschland seit 1974 auf dem Markt, seit 1983 mit Figuren-Sonderserien von den Schlümpfen bis zu den "Happy Hippos" oder "Peppy Pingos". Jedes Jahr kommt demnach ein neues Sortiment mit 150 verschiedenen Bausätzen und Figuren heraus. Laut "Welt" wird das Schoko-Ei mit Innenleben jährlich millionenfach verkauft.
Eine solche "Vermischung von Lebensmitteln und Spielzeug" hält die Bundesarbeitsgemeinschaft "Mehr Sicherheit für Kinder", auf die sich Gruß berief, für "unnütz". Allerdings sei der Verein "nicht fürs Verbieten, sondern den sinnvollen Umgang damit", sagte eine Sprecherin in Bonn. Insbesondere auf die Kompetenz der Eltern komme es an. "Wenn es also Ü-Eier für unter Dreijährige gibt, zum Beispiel von den Großeltern, sollten Eltern die Schokolade von dem Spielzeug trennen."
Copyright © 2009 AFP. Alle Rechte vorbehalten. Mehr »
