Frankfurt/Main (AFP) — Die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main hat Anklage gegen einen 22-jährigen Mann erhoben, der im September einen Rabbiner auf offener Straße mit einem Messer angegriffen hatte. Ihm werden versuchter Totschlag, gefährliche Körperverletzung und Bedrohung vorgeworfen, wie die Anklagebehörde mitteilte. Der Mann hatte gestanden, den orthodoxen Juden mit einem Messer in den Bauch gestochen zu haben. Er bestreitet aber eine Tötungsabsicht und auch ein antisemitisches Motiv.
Zwischen dem jungen Mann und dem Rabbiner soll laut Staatsanwaltschaft am 7. September zunächst ein Wortwechsel und dann eine körperliche Auseinandersetzung entbrannt sein. Dabei soll der Angeklagte plötzlich ein Messer mit einer 7,5 Zentimeter langen Klinge gezogen und dem 42-Jährigen in den Bauch gestochen haben. Dabei habe er den möglichen Tod seines Opfers billigend in Kauf genommen, erklärte die Staatsanwaltschaft. Zugleich soll er den Rabbiner wegen seines jüdischen Glaubens "in ehrverletzender Weise beschimpft und mit dem Tode bedroht haben." Der 42-Jährige musste nach einer Notoperation mehrere Tage im Krankenhaus bleiben, schwebte aber nicht in Lebensgefahr.
Der Angeklagte erklärte den Angaben zufolge die Messer-Attacke damit, dass er sich von dem ihm körperlich überlegenen Opfer bedroht gefühlt habe. Er bestritt eine "antisemitische Grundhaltung" als Tatmotiv und auch die ihm zur Last gelegten Beleidigungen. Der 22-Jährige befindet sich in Untersuchungshaft.
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