Berlin (AFP) — Die Schadstoffgrenzen bei Pkw sollen nach den Worten von Audi-Vorstandschef Rupert Stadler nach der Fahrzeuggröße bemessen werden. "Wir wollen faire Bedingungen. Deswegen brauchen wir auf die jeweiligen Fahrzeugklassen zugeschnittene Kohlendioxid-Grenzwerte", sagte Stadler der "Berliner Zeitung". "Wenn wir beim Klimaschutz wirklich vorankommen wollen, muss jeder Hersteller seinen Teil zur Verbrauchs- und damit Abgassenkung beitragen - also auch die Franzosen und Italiener, die ja hauptsächlich Kleinwagen bauen und gemessen am Fahrzeugbestand einen wesentlichen Hebel für CO2-Effekte in den Händen halten."
Wichtig sei, dass die Politik jetzt für klare Verhältnisse sorge, sagte Stadler. Er forderte auch, dass Kohlendioxid-Grenzen nicht nur für Neuwagen gelten sollten, sondern auch für Bestandsfahrzeuge: "Wenn wir es mit dem Klimaschutz ernst meinen, dürfen wir die Altautos nicht ausnehmen. Denn natürlich ist ein modernes Auto ökologisch weit voraus." Im kommenden Jahr wolle Audi den saubersten Diesel der Welt auf den Markt bringen.
Der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, forderte die Bundesregierung unterdessen auf, die Einführung einer emissionsbezogenen Kfz-Steuer nicht länger hinauszuzögern und schnell Klarheit zu schaffen. "Die Autofahrer müssen wissen, dass der Kauf eines umweltfreundlichen Autos sich auch bei der Steuer finanziell auszahlt", sagte Wissmann der Chemnitzer "Freien Presse" vom Samstag. Wissmann geht davon aus, dass der Kraftstoffverbrauch in den nächsten Jahren deutlich gesenkt werden könne. Er rechne damit, dass langfristig ein völlig emissionsfreies Auto angeboten werde. Auch das Ein-Liter-Auto kommt, meinte Wissmann.
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