US-Behörde: Deutschland will Kampfdrohnen in den USA kaufen

Berlin/Washington (AFP) — Das Bundesverteidigungsministerium hat US-Behördenangaben dementiert, wonach Deutschland für den möglichen Einsatz in Afghanistan mehrere hochmoderne Kampfdrohnen in den USA kaufen will. "Es gibt keine Planungen zur Beschaffung einer Kampfdrohne für die Bundeswehr", sagte ein Sprecher. In einem Dokument, das die für Rüstungsverkäufe zuständige US-Behörde DSCA dem Kongress in Washington übermittelte, heißt es, die deutsche Bestellung für vier raketenbestückte Drohnen des Typs "MQ-9 Reaper" solle inklusive der Wartungsarbeiten für zwölf Monate einen Umfang von 205 Millionen Dollar (130 Millionen Euro) haben.

Deutschland wünsche die unbemannten Kampffluggeräte "für die Verteidigung seiner entsandten Truppen, die regionale Sicherheit und die Kompatibilität mit den Vereinigten Staaten", heißt es in dem Papier weiter. Die Behörde erwähnt in dem Dokument an die Kongressabgeordneten, dass Deutschland derzeit mehrere tausend Soldaten in Afghanistan stationiert habe. Durch den Erwerb der Drohnen werde "Deutschland in der Lage sein, für seine eigenen Truppen das gleiche Maß an Sicherheit zu gewährleisten wie die Vereinigten Staaten". Fünf weitere Drohnen sollten an Italien gehen, das inklusive fünf Jahren Wartung 330 Millionen Dollar zahlen wolle.

Das Modell "MQ-9 Reaper" kann vier Raketen des Typs "Hellfire" sowie zwei lasergesteuerte Bomben transportieren und auf der Suche nach Zielen besonders lange in der Luft bleiben. Rüstungsexperten bezeichnen den Typ auch als "Jäger/Killer-Drohne". Das Modell wird bereits von den Streitkräften der USA und Großbritanniens in Afghanistan eingesetzt.