Kein Fortschritt bei Ermittlungen zu Brand in Ludwigshafen

Ludwigshafen (AFP) — Eineinhalb Wochen nach dem verheerenden Feuer in einem Ludwigshafener Wohnhaus sind die Ermittler bei der Suche nach der Brandursache noch keinen entscheidenden Schritt weitergekommen. Es kämen unverändert verschiedene Ursachen in Betracht, sagte Oberstaatsanwalt Lothar Liebig von der zuständigen Staatsanwaltschaft Frankenthal Ludwigshafen. Ein vermeintliches Bekennerschreiben, das bei einer Tageszeitung eingegangen war, ist den Ermittlungen zufolge das Werk eines Trittbrettfahrers. Die Polizei geht nach dem Brand am 3. Februar mit neun Toten weiter einer Vielzahl verschiedener Spuren nach.

Die Polizei habe bislang insgesamt 148 Spuren, sagte der Leiter der 80-köpfigen Sonderkommission, Eberhard Weber. Davon seien 101 abgearbeitet. Derzeit würden 23 Spuren als relevant und wichtig erachtet. Weber und auch Liebig wollten aber keine genauen Angaben dazu machen, wie lange die Ermittlungen noch andauern könnten.

Als falsche Spur erwies sich ein vermeintliches Bekennerschreiben. Laut Liebig ging das Schreiben mit dem Absender "Deutscher Widerstand" am Montag beim "Mannheimer Morgen" ein. Darin hätten die Verfasser behauptet, sie hätten das Haus abgefackelt. Nach genauen Untersuchungen stehe aber "eindeutig" fest, dass es sich nicht um ein Bekennerschreiben handele, sagte Liebig. Ein oder mehrere Trittbrettfahrer hätten sich damit einen "sonderbaren Spaß" gemacht.

Die Ermittler gingen auch Berichten über einen Mann nach, der sich vor dem Brand auffällig verhalten und von dem Haus zu einer Tankstelle gelaufen sein soll. Es hätten aber weder Zeugenaussagen noch die Bilder von Überwachungskameras an der Tankstelle Hinweise auf einen solchen Mann ergeben, sagte Liebig. Die Ermittler wollen nach seinen Angaben auch weiterhin kein Phantombild auf Grundlage der Aussage der zwei Mädchen herausgeben, die vor dem Feuer einen Mann im Hausflur gesehen haben wollen, der mit Feuer hantiert habe. Die Befragungen der Kinder seien noch nicht beendet, betonte der Oberstaatsanwalt.

Die Ludwigshafener Oberbürgermeisterin Eva Lohse (CDU) zeigte sich offen für eine Städtepartnerschaft mit der südostanatolischen Stadt Gaziantep, aus der die Opfer der Brandkatastrophe stammten. Sie freue sich über diese Idee, sagte Lohse. Nach ihren Angaben sind auf einem Spendenkonto für die Opfer mittlweile mehr als 150.000 Euro eingegangen.