Port-au-Prince (AFP) — Die Urlaubsregionen in der Karibik haben sich gegen die Ankunft von Hurrikan "Dean" gewappnet. Nach zwei Toten und massiven Zerstörungen auf Martinique kam am Samstag ein 16-jähriger Junge in der Dominikanischen Republik durch den Wirbelsturm ums Leben. Mehrere Menschen wurden verletzt. Auf Haiti, Jamaika, den Kaimaninseln, der mexikanischen Halbinsel Yucatán und Kuba wurden Ferienresorts evakuiert und Notmaßnahmen ergriffen. Das Nationale Hurrikanzentrum (NHC) der USA warnte vor einer Verstärkung "Deans" zu einem "möglicherweise katastrophalen" Hurrikan der höchsten Stufe fünf.
Am Morgen war der Wirbelsturm mit Windgeschwindigkeiten von 230 Kilometern pro Stunde südlich von Haiti mit direktem Kurs auf Jamaika unterwegs. Kategorie fünf wird bei 250 Stundenkilometern erreicht. Haiti stellte Flüge und die Küstenschifffahrt ein und bereitete die Evakuierung der küstennahen Gebiete vor. In Jamaika deckten sich Hunderttausende mit Nahrungsmitteln und Benzin ein. Zur Verstärkung der Sicherheits- und Rettungsdienste ordnete Ministerpräsidentin Portia Simpson Miller Bereitschaftsdienst für alle Polizisten, Feuerwehrleute und Gefängniswärter des Landes an. Von Überflutungen bedrohte Gebiete sollten evakuiert werden, Flughäfen wurden geschlossen.
Im nördlich von Jamaika gelegenen Kuba brachten die Behörden zigtausende Menschen in Sicherheit. Allein in der südöstlichen Provinz Holguin waren 35.000 Menschen betroffen. Touristenprogramme auf der Insel wurden eingestellt.
Die mexikanische Regierung rief den Notstand aus. Der staatliche Energiekonzern Pemex stellte die Ölförderung ein und brachte Personal in Sicherheit, da "Dean" auf die Ölfelder im südlichen Golf von Mexiko und Raffinerien in Tampico zuhielt. Der Gouverneur von Quintana Roo, Felix Gonzalez, ordnete an, 80.000 Touristen aus Cancún und anderen Urlaubszielen der Region in Sicherheit zu bringen. Die Einreise weiterer Touristen wurde gestoppt. Die Ankunft "Deans", dessen Zuggeschwindigkeit knapp 30 Stundenkilometer betrug, ist für Dienstag in Mexiko vorhergesagt.
Auch auf die Rückkehr der US-Raumfähre Endeavour zur Erde wirkte sich der Hurrikan aus: Wegen drohender Komplikationen soll die Raumfähre bereits am Dienstag und damit einen Tag früher als geplant in die USA zurückkehren. Sie sollte heute von der Internationalen Raumstation (ISS) losfliegen.
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