Pamplona (AFP) — Bei einem mutmaßlichen Anschlag der baskischen Untergrundorganisation ETA auf einem Universitätsgelände im nordspanischen Pamplona sind mindestens 17 Menschen leicht verletzt worden. Nach der Explosion auf einem Parkplatz wurden rund 400 Menschen in Sicherheit gebracht, wie die Universität von Navarra mitteilte. Spaniens König Juan Carlos und Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero verurteilten den Anschlag. Innenminister Alfredo Perez Rubalcaba sprach von einer "gewaltigen Tragödie". Die spanische Polizei hatte am Dienstag vier mutmaßliche ETA-Mitglieder festgenommen, drei von ihnen an der Universität.
Die Bombe detonierte auf einem Parkplatz in der Nähe des Hauptgebäudes, wie eine Mitarbeiterin der Universität sagte. Ein durch die Explosion entfachtes Feuer setzte weitere Fahrzeuge in Brand. Der Verkehrsdienst DYA erklärte, eine Stunde vor den Explosionen habe ein Mann im Namen der ETA telefonisch vor der Explosion eines Autos an einer Universität gewarnt. Es sei aber nicht klar gewesen, ob die Universität in Navarra oder Pamplona gemeint gewesen sei, sagte ein DYA-Mitarbeiter der Nachrichtenagentur AFP. Pamplona ist die Hauptstadt der an das Baskenland grenzenden Region Navarra. Die ETA nutzt den Verkehrsdienst DYA häufig für Warnungen vor einem Bombenanschlag.
König Juan Carlos und Zapatero verurteilten den Anschlag. Die Gewalt der ETA sei "blind, kriminell und fanatisch", sagte Zapatero.
"Wir haben Glück im Unglück gehabt", sagte Innenminister Rubalcaba. Zum Zeitpunkt der Explosion habe sich niemand in unmittelbarer Nähe des betreffenden Autos aufgehalten. Die spanische Polizei hatte am Dienstag vier mutmaßliche ETA-Mitglieder festgenommen und damit nach eigenen Angaben einen Anschlag verhindert. Der Anschlag vom Donnerstag sei möglicherweise eine Reaktion auf die Festnahmen, sagte der Innenminister.
Die katholische Privatuniversität von Navarra wurde 1952 vom Gründer des ultrakonservativen Opus Dei, Josemaría Escrivá, gegründet. An der Universität wurden in der Vergangenheit bereits sechs Anschläge verübt.
Die ETA kämpft seit fast 40 Jahren für die Unabhängigkeit des Baskenlandes. Dabei wurden mehr als 820 Menschen getötet. Seit die ETA im Juni 2007 einen Waffenstillstand aufkündigt hatte, nahm die Zahl der Anschläge wieder zu.
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