Zootiere sollen in Berliner Tierpark getötet worden sein

Berlin (AFP) — Nach einer Strafanzeige gegen Berlins Tierparkdirektor Bernhard Blaskiewitz wegen der angeblichen Tötung von Tieren hat der Berliner Tierschutzverein schnelle Aufklärung gefordert. Ein Zoo stehe in Diensten des Artenschutzes und könne "nicht Tiere vermehren, um sie anschließend zu töten", erklärte der Vorsitzende Wolfgang Apel. Die Grünen-Abgeordnete Claudia Hämmerling wirft Blaskiewitz Verstöße gegen das Tierschutzgesetz vor, unter anderem das grundlose Töten eines Zwergflusspferds und einer Kragenbärenfamilie aus dem Tierpark im Ost-Berliner Stadtteil Friedrichsfelde.

Die Berliner Staatsanwaltschaft prüft nach Angaben einer Sprecherin nun zunächst, ob ein ausreichender Anfangsverdacht vorliegt, um Ermittlungen aufzunehmen. Der Strafanzeige zufolge habe Blaskiewitz über den Bedarf hinaus Tiernachwuchs gezüchtet, um den Besuchern stets Jungtiere präsentieren zu können - dabei aber billigend in Kauf genommen, wegen Platzmangels einige später an Händler oder Schlachthäuser zu verkaufen. So seien in den 1990er Jahren etwa das Flusspferd und die Kragenbären beim Zootierschlachter gelandet.

Laut Tierschutzgesetz dürften Tiere aber nur aus vernünftigem Grund getötet werden, betonte Apel. Wenn es nur darum gehe, durch das Töten Platz zu schaffen, "dann kann dies kein vernünftiger Grund sein". Informationen über das Verschwinden von Tieren aus dem Tierpark - sowie dem Berliner Zoo, den Blaskiewitz inzwischen ebenfalls leitet - seien ihm nicht neu, erklärte Apel. Der Tierschutzverein unterstütze daher die Initiative von Hämmerling.

Blaskiewitz wies die Vorwürfe zurück. Sein Vorgehen sei üblich und absolut legal gewesen, sagte er. Der Tierpark arbeite nur mit privaten Zwischenhändlern des Vertrauens zusammen, die beauftragt seien, nach neuen Zoos für überzählige Tiere zu suchen. Letztere stellten in vielen Zoos ein Problem dar.