Rom (AFP) — Die italienischen Lastwagenfahrer haben ihre Streiks in der Nacht zu Donnerstag weitgehend beendet. Am Morgen setzten nur noch wenige Fahrer ihren Ausstand fort. Die Branchengewerkschaften hatten in der Nacht dazu aufgerufen, den Streik und Straßenblockaden aufzugeben, nachdem sie im italienischen Verkehrsministerium einen Kompromiss ausgehandelt hatten. Demnach sollen die Lkw-Fahrer in den kommenden drei Jahren insgesamt 70 Millionen Euro mehr erhalten. Zudem bekommen Transportunternehmen vom Staat einen Ausgleich für die stark gestiegenen Benzinpreise.
Der dreitägige Streik hat nach Schätzung des Verbands italienischer Versorgungsunternehmen Kosten von zwei Milliarden Euro verursacht. Rund 90 Prozent der Speditionsunternehmer und Lkw-Fahrer hatten sich nach Angaben der Gewerkschaften beteiligt und ein landesweites Verkehrschaos ausgelöst. Auch die Autofabriken spürten die Auswirkungen des Streiks: Die fünf Fiat-Werke in Italien mussten mangels Lieferung von Bauteilen ihre Produktion stoppen und 17.000 Arbeiter vorübergehend nach Hause schicken.
Unter anderem war an vielen Tankstellen im Land das Benzin ausgegangen, in den Supermärkten fehlten frisches Obst und Gemüse sowie Milchprodukte. Erste Tankfahrzeuge fuhren am Donnerstagmorgen bereits wieder, um die rund 23.000 italienischen Tankstellen mit Treibstoff zu versorgen, wie die italienische Ölindustrie mitteilte. Bis zur Wiederherstellung vollständig normaler Zustände an den Zapfsäulen werde es aber noch 48 Stunden dauern.
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