Mainz (AFP) — Als Konsequenz aus dem Streit um die Qualität im deutschen Fernsehen hat das ZDF die Zusammenarbeit mit der Autorin und Literaturkritikerin Elke Heidenreich mit sofortiger Wirkung beendet. ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut erklärte in Mainz, Heidenreich habe mit ihren Beiträgen in der Presse das Vertrauensverhältnis zu dem Sender "so nachhaltig gestört, dass eine gedeihliche und sinnvolle Zusammenarbeit nicht mehr möglich" sei. Die beiden ursprünglich für dieses Jahr noch geplanten Ausgaben ihrer Sendung "Lesen!" würden nun nicht mehr produziert.
Die 65-Jährige hatte sich in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" und der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" der heftigen Kritik ihres Kollegen Marcel Reich-Ranicki an der Qualität im deutschen Fernsehen angeschlossen. Reich-Ranicki hatte bei der Verleihung des Deutschen Fernsehpreises Mitte Oktober für einen Eklat gesorgt, indem er eine ihm zugedachte Ehrenauszeichnung ablehnte. Heidenreich zeigte sich euphorisch über diese Entscheidung ihres Kollegen und äußerte zugleich ihrerseits massive Kritik an der Fernsehpreis-Gala. Dabei griff sie auch ihren ZDF-Kollegen Thomas Gottschalk direkt an.
Die Gala nannte Heidenreich einen "stundenlangen Schwachsinn in hässlicher Kulisse" mit witz- und geistlosen Moderationen Gottschalks, die dieser "so oder anders schon tausendmal gemacht hat". Bellut erklärte jetzt dazu, Heidenreich habe "die Ebene einer sachlichen Auseinandersetzung verlassen und das ZDF sowie einzelne seiner Mitarbeiter persönlich in nicht mehr hinzunehmender Weise öffentlich herabgesetzt". Auch ohne Heidenreich werde es künftig eine Literatursendung im ZDF geben. "An einem Nachfolgekonzept für 2009 wird gearbeitet", teilte der Programmdirektor mit.
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