Hamburg (AFP) — Die geplanten Klimaauflagen der EU-Kommission für Autohersteller lassen sich nach Einschätzung von Industriekommissar Günter Verheugen nicht wie geplant bis 2012 umsetzen. Es gebe bereits Forderungen aus dem Parlament, die Frist auf 2015 zu verlängern, sagte Verheugen der "Bild am Sonntag". "Die Kommission sollte sich darauf einstellen, dass man am Ende zu einem vernünftigen Kompromiss kommen muss." Das letzte Wort werde sowieso das Europäische Parlament haben.
Die EU-Kommission hatte die Gesetzespläne Mitte Dezember auf den Weg gebracht. Sie sehen derzeit ab 2012 harte Sanktionen vor, wenn Neuwagen mehr umweltschädliches Kohlendioxid (CO2) ausstoßen als von der EU erlaubt. Als Grenzwert ist ein Ausstoß von durchschnittlich 120 Gramm des Treibhausgases pro Kilometer vorgesehen. Deutsche Autohersteller wie Porsche, Daimler und BMW schneiden bei den CO2-Emissionen EU-weit mit am schlechtesten ab.
Verheugen verteidigte die Pläne. "Ohne gesetzliche Regelung schafft es die Industrie nicht", sagte er der Zeitung. Es sei "schon enttäuschend", wie wenig manche Autobauer in den vergangenen zehn Jahren für den Klimaschutz getan hätten. Nun komme es darauf an, den Wettbewerb zwischen den Herstellern nicht zu verfälschen und die Autos nicht "unnötig" zu verteuern, fügte der EU-Kommissar hinzu.
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