OPEC-Staaten steigern Öl-Förderquote

Wien/New York (AFP) — Die Mitgliedstaaten der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) haben den internationalen Forderungen nach einer Erhöhung der Förderquote nachgegeben. Die derzeitige tägliche Fördermenge werde ab dem 1. November um 500.000 Barrel erhöht, sagte der katarische Energieminister Abdullah bin Hamad el Attijah nach einem Treffen der Energie- und Ölminister der zwölf OPEC-Staaten in Wien. Bislang hatten sich die OPEC-Länder mehrheitlich gegen das Drängen von Importstaaten gestellt, angesichts der hohen Preise mehr Öl zu fördern.

Das Förderziel der OPEC steige um 1,4 Millionen auf 27,2 Millionen Barrel pro Tag, sagten die Minister der OPEC-Mitglieder Algerien und Indonesien, Chakib Kheli und Purnomi Yusigiantoro, nach dem rund siebenstündigen Treffen. Das bedeute einen tatsächlichen Zuwachs von 500.000 Barrel Öl, da die OPEC ihr bislang geltendes Ziel bereits um 900.000 Barrell täglich übertreffe.

Die Ölpreise an den Börsen stiegen nach der Verkündung der OPEC-Einigung nur leicht an. Am New Yorker Aktienmarkt legte der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Referenzsorte Light Sweet Crude zur Lieferung im Oktober um acht Cent auf 77,57 Dollar zu. In London stieg der Preis für Öl der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober um 30 Cent auf 75,78 Dollar pro Barrel.

Die OPEC stand angesichts der hohen Ölpreise unter Druck, die Förderung zu erhöhen. Bislang hatten sich die Minister mehrheitlich gegen diesen Schritt ausgesprochen. Sie argumentierten, der Bedarf an Erdöl könne durch ein eventuell verlangsamtes Wachstum in den USA fallen, was auch zu sinkenden Preisen führen würde. Allerdings war bereits angenommen worden, Saudi-Arabien, der größte Erdölproduzent des Kartells, könne auf eine höhere Förderung dringen, um den Wünschen der importierenden Länder entgegenzukommen.