Caracas (AFP) — Venezuelas Regierung hat die Zementindustrie in dem südamerikanischen Land verstaatlicht. Gemäß dem vom Kabinett beschlossenen Erlass soll der Staat mindestens 60 Prozent des Kapitals übernehmen. Zu den größten Firmen in Venezuela gehören der mexikanische Produzent Cemex, das französische Unternehmen Lafarge sowie das Schweizer Unternehmen Holcim. Präsident Hugo Chávez hatte die Verstaatlichung bereits im April angeordnet. Seitdem verhandelte die Regierung mit den betroffenen Firmen wegen des Kaufs der Mehrheitsaktien.
Chavéz sagte, sein Land brauche ein großes Staatsunternehmen, um dringend benötigte Wohnungen für die Armen bauen zu können. Privat geführte Firmen könnten das Problem nicht lösen. Nach Angaben der Zementindustrie wurden seit 2004 jedes Jahr zwischen 40.000 und 50.000 Wohneinheiten gebaut und damit nur etwas die Hälfte des Bedarfs gestillt. Chávez forderte die Bevölkerung auf, sich selbst am Bau zu beteiligen. Die Regierung werde dafür sorgen, dass jeder an das benötigte Baumaterial herankomme.
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