Berlin (AFP) — Mehr als 17.000 Kunden haben sich im vergangenen Jahr über ihre Versicherung beschwert. Die Erfolgsaussichten bei einer Beschwerde zur Kfz-Versicherung, zur Haftpflicht- oder Rechtsschutzversicherung lägen bei rund 39 Prozent, sagte der Ombudsmann der Versicherungen, Günter Hirsch, dem "Tagesspiegel" vom Montag. Im Bereich der Lebensversicherungen dagegen seien nur rund 14 Prozent der Beschwerden erfolgreich. Das liege daran, dass viele Kunden ihre Lebens- und Rentenversicherung nicht verstünden, sagte Hirsch: "Die meisten Eingaben im Bereich der Lebens- und Rentenversicherung basieren auf einer Unkenntnis und einer gewissen Intransparenz des komplexen Produkts."
Das neue Versicherungsvertragsgesetz, seit dem 1. Januar in Kraft, bringe zwar mehr Klarheit, werfe allerdings auch neue Probleme auf, sagte Hirsch. So müssten Versicherer, Ombudsmann und Gerichte nun Kriterien entwickeln, wie die Versicherung ihre Kunden bei grober Fahrlässigkeit entschädigen. Früher ging der Versicherte in solchen Fällen leer aus, nun kann er einen Teil des Schadens ersetzt bekommen. Dies eröffne große Spielräume, sagte Hirsch, entsprechend bestehe Rechtsunsicherheit. Hirsch, früher Präsident des Bundesgerichtshofes, ist seit April Ombudsmann der Versicherungen. Er vermittelt bei Streitigkeiten zwischen Kunden und Versicherungsunternehmen. Ausgenommen sind private Kranken- und Pflegepolicen.
+++ Das Interview wurde in redaktioneller Fassung übermittelt. +++
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