Wohin mit Kater und Co. in der Urlaubszeit?

Leipzig (AFP) — Rund 23 Millionen Haustiere leben in Deutschland, Fische und Terrarientiere noch gar nicht eingerechnet. Doch wohin mit Kater, Kaninchen und Co. während der Urlaubszeit? Die meisten Tiere sind zu Hause besser aufgehoben als im Ferienort. Aber nicht immer lassen sich die Großeltern oder Nachbarn als Tierpfleger einspannen. Und jedes Tier hat seine speziellen Bedürfnisse.

Katzen bleiben lieber zu Hause. Sie sollten nur mitgenommen werden, wenn die Reise länger dauert und an einen vertrauten Ort führt, wie der Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe rät. Am besten kommt täglich ein Betreuer vorbei und sorgt für frisches Wasser, Spiel- und Streicheleinheiten. Die Tierhalter sollten einen Zettel über Vorlieben, Krankheiten und die Adresse des Tierarztes hinterlassen. Wer keinen Betreuer findet, kann seine Katze auch in einer Tierpension unterbringen.

Hunde verkraften den Reisestress zumeist, wenn sie bei Frauchen und Herrchen bleiben dürfen. Bei Auslandsreisen müssen die Einreisebestimmungen für Tiere beachtet werden, die oftmals aktuelle Impfungen erfordern. Außerdem sollten sich Tierhalter über regional auftretende Krankheiten wie die für Hunde gefährliche Leishmaniose im Mittelmeerraum informieren. Letztlich sollte vor Reiseantritt aber gut überlegt werden, ob der Hund das Reisepensum wirklich bewältigen kann. Eine lange Anreise in einem überhitzten Auto kann für die anhänglichen Vierbeiner eine Qual werden.

Kaninchen und Meerschweinchen bleiben ebenfalls lieber zu Hause in der gewohnten Umgebung. Transport, Hitze und fremde Geräusche bedeuten für sie argen Stress. Gemeinsamer Urlaub sollte nur bei einem längeren Aufenthalt mit kurzer Anreise gemacht werden.

Der Deutsche Tierschutzbund bietet unter dem Titel "Nimmst du mein Tier, nehm ich dein Tier" einen kostenlosen Service für Urlauber an. Tierhalter betreuen ihre Vier- und Zweibeiner gegenseitig. Den Kontakt stellt ein Tierschutzverein in der Nähe her. Wer eine Unterkunft für ein Tier sucht oder einen Pflegeplatz anzubieten hat, wendet sich an die Hotline 0228/6049627 des Tierschutzbundes. Mitmachen kann auch, wer selbst kein Tier hat, sich aber trotzdem um die Schützlinge anderer kümmern möchte.

Tierpensionen bieten Pflege und Fütterung oft für mehrere Tiere. Der Vorteil: Die Tiere sind nicht allein. Vor allem Katzen und Hunde verkraften den Trennungsschmerz von Herrchen und Frauchen so oft besser. Die Preise für die Betreuung einer Katze liegen normalerweise zwischen fünf und zehn Euro pro Tag. Bei einem Hund werden zwischen sieben und 15 Euro fällig, bei Kaninchen sind es zwischen drei und vier Euro. Der Tierschutzbund rät, darauf zu achten, dass nur geimpfte Tiere in einer Pension leben und es genügend Auslauf gibt. Außerdem sollte sich ein Halter die Pension vor der Vertragsunterzeichnung gut anschauen, ob alles sauber und ausbruchssicher ist.