London (AFP) — Der britische Künstler Damien Hirst hat bei einer Auktion in London sämtliche Rekorde gebrochen: Am Ende der zweitätigen Versteigerung bei Sotheby's kamen 111,57 Millionen Pfund (140,3 Millionen Euro) zusammen. Damit wurde der Rekord für eine Auktion von Werken eines Einzelkünstlers gebrochen, der 1993 mit der Versteigerung von 88-Picasso-Werken für insgesamt 20 Millionen Dollar (14 Millionen Euro) aufgestellt worden war. Zudem war es das erste Mal, dass ein Künstler seine Werke auf eigene Faust versteigerte, statt wie üblich über Galerien zu gehen.
"Wir sind sehr, sehr froh", sagte ein Sprecher des Auktionshauses mit Blick auf den Erlös aus dem Verkauf von über 220 Werken von Hirst. Sie waren vor der Auktion auf einen Gesamtwert von 65 Millionen Pfund geschätzt worden. Wie hoch der Anteil des Künstlers an dem tatsächlichen Ergebnis ist, wollte das Auktionshaus nicht bekannt geben. Durch die Umgehung von Galerien als Verkaufsort hat Hirst auf jeden Fall übliche Provisionszahlungen von 40 bis 50 Prozent gespart.
Am ersten Versteigerungstag hatte die Skulptur "The Golden Calf" von Hirst bereits 10,3 Millionen Pfund erzielt, sie ist damit das bislang teuerste Werk des Künstlers. Es handelt sich um ein totes Kalb mit vergoldeten Hufen und Hörnern sowie einer Goldscheibe auf dem Kopf, das in einem Formaldehydtank schwimmt.
Der Markt sei größer, als viele dächten, kommentierte Hirst seinen Erfolg. "Ich liebe Kunst, und dies beweist, dass ich nicht allein bin und die Zukunftsaussichten für alle sind rosig!" Der 43-Jährige, der für seine in Formaldehyd schwimmenden Tiere bekannt ist, ist derzeit der bestverkaufte moderne Künstler weltweit. Es sei ein einmaliger Tag für den Kunstmarkt in einer Zeit düsterer Wirtschaftsaussichten, sagte der Kunstexperte Charles Dupplin.
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