Tripoli (AFP) — Nach tagelangen Kämpfen zwischen Anhängern der pro-westlichen Regierung und der ppositionellen Hisbollah-Miliz ist im Libanon gespannte Ruhe eingekehrt. Nach Abzug der oppositionellen Kämpfer in Beirut kontrollierte das Militär am Sonntag zwar die wichtigsten Straßen der Stadt, die Zufahrtsstraße zum Flughafen wurde aber noch immer von Oppositionsanhängern blockiert. In der nordlibanesischen Hafenstadt Tripoli gingen Kämpfe am Sonntagvormittag zu Ende. Zu weiteren Auseinandersetzungen zwischen Anhängern der pro-westlichen Regierung und der pro-syrischen Opposition kam es im Südosten Beiruts.
In Beirut kontrollierte am Sonntag ein Großaufgebot von Soldaten die Hauptverkehrsstraßen. Die Viertel im Westen der Hauptstadt, wo sich bewaffnete Anhänger von Regierung und Opposition seit Donnerstag bekämpft hatten, blieben ruhig. Anhänger der schiitischen Hisbollah blockierten jedoch noch immer die Zufahrtstraße zum internationalen Flughafen, wo am fünften Tag in Folge der Flugverkehr eingestellt war. Ein Sprecher der Opposition sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Verbindung zum Flughafen sowie weitere Straßen sollten trotz des Abzuges der bewaffneten Oppositionsanhänger aus der Stadt weiterhin blockiert werden.
Nach Tagen schwerer Kämpfe in Beirut hatte die schiitische Opposition am Samstag mit dem Abzug ihrer Kämpfer aus der libanesischen Hauptstadt begonnen. Bei den Auseinandersetzungen kamen seit Donnerstag mindestens 35 Menschen ums Leben. Mitglieder des Regierungskabinetts kamen am Sonntag für eine Schweigeminute für die Opfer der Kämpfe zusammen. Die Außenminister der Mitgliedstaaten der Arabischen Liga berieten in Kairo in einer Dringlichkeitssitzung über die Lage im Libanon.
Am Sonntagvormittag gingen auch Kämpfe in der nordlibanesischen Stadt Tripoli zu Ende. Bei den Auseinandersetzungen wurde nach Angaben der Sicherheitskräfte eine Frau getötet, als sich Kämpfer der mit der schiitischen Hisbollah verbündeten Alawiten seit dem Morgengrauen Gefechte mit Regierungsanhängern lieferten. Fünf weitere Menschen wurden demnach verletzt, 7000 Menschen mussten fliehen. Nach Angaben des AFP-Journalisten wurden mehrere Häuser und Geschäfte in Brand gesteckt sowie Schaufenster zerstört.
Im Libanon stehen sich die pro-westliche Regierung und die von Syrien und dem Iran unterstützte Hisbollah-Bewegung unversöhnlich gegenüber. Die von der Hisbollah angeführte Opposition lähmt die Regierung mit einer Protestkampagne bereits seit Ende 2006.
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