Brennerei in Lothringen macht schottischem Whisky Konkurrenz

Rozelieures (AFP) — Bisher war das lothringische Dörfchen Rozelieures vor allem für seinen Mirabellenschnaps bekannt, dem es sogar ein kleines Museum gewidmet hat. Doch nun schickt sich Hubert Grallet, Landwirt und Inhaber der 1890 gegründeten örtlichen Obstbrennerei an, den schottischen Whisky-Erzeugern Konkurrenz zu machen. Anfang Dezember werde der erste Whisky made in Lothringen unter dem Namen "Glenrozelieures" auf den Markt kommen, freut sich Christophe Dupic, Geschäftsführer des Familienbetriebs und Schwiegersohn des Firmenhabers.

Auf die Idee kamen die Franzosen, beide Liebhaber und Kenner des schottischen Nationalgetränks, vor einigen Jahren bei einer Reise durch die Highlands. "Wir sagten uns, wir haben Destilliergeräte, und Gerste anbauen können wir auch", berichtet Dupic. Mit der Produktion begannen die beiden im Jahre 2003.

Wie es sich für einen Whisky gehört, reifte der "Glenrozelieures" vier Jahre lang in Fässern, bevor 50.000 Flaschen abgefüllt wurden. Nun sind Grallet und sein Schwiegersohn noch damit beschäftigt, die Etiketten auf die Flaschen zu kleben. "Hier wird alles per Hand gemacht", erläutert Dupic.

Trotz der harten Konkurrenz sind die Obstbrenner voller Optimismus. Der lothringische Whisky habe ein ganz besonderes Aroma, "einen Hauch von Karamel und Honig", versichert Dupic. Im übrigen steige der Whisky-Konsum in Frankreich seit Jahren kontunuierlich an. Und falls sich das Ganze doch als Flop erweisen solle, sei das auch nicht so schlimm, meint die Frau des Inhabers, Anne-Marie Grallet. "Dann trinken wir unseren Whisky eben selbst."

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