Hamburg (AFP) — Entgegen der eigenen Zielsetzung, krebserzeugende und erbgutschädigende Dioxine in Lebensmitteln zu bekämpfen, hat die EU nach einem Bericht des "Spiegel" den Grenzwert in Fischerzeugnissen von 8 auf 25 Pikogramm erhöht. Der Verzehr des Inhalts einer 115-Gramm-Dose würde dem am Freitag gefassten Beschluss zufolge den empfohlenen Grenzwert der Weltgesundheitsorganisation um das Zehnfache übersteigen, heißt es weiter. Zuvor habe sich in einer internen Notiz das Bundesumweltministerium deshalb gegen die Anhebung ausgesprochen.
Der neue Wert sei 17-mal so hoch wie "der entsprechende Höchstgehalt für Futtermittel", heißt es laut "Spiegel" in diesem Vermerk. Daher werde eine solche Belastung von der "Verbraucherschaft in Deutschland nicht akzeptiert".
Fische nehmen Dioxine mit der Nahrung und dem Wasser auf, besonders verseucht ist die Ostsee. Zuletzt waren auch am Strand der Elbe extrem hohe Belastungen gefunden worden. Im vergangenen Jahr hatte die Verbraucherorganisation Foodwatch Ostseedorschleber aus der Dose getestet und dort Belastungen bis zum Zehnfachen der erlaubten Höchstmenge festgestellt. Daraufhin hatten große Handelsketten die Produkte aus ihren Regalen entfernt.
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