Havanna (AFP) — Der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva ist zu seinem ersten Staatsbesuch in Kuba seit 2003 eingetroffen. Zunächst war ein Treffen mit dem kubanischen Parlamentspräsidenten Ricardo Alarcón und anschließend mit Übergangsstaatschef Raúl Castro vorgesehen. Während des Besuchs sollten mehrere Abkommen unterzeichnet werden, unter anderem in den Bereichen Öl, Handel, Gesundheit und Bildung. Vor seiner Reise nach Havanna hatte Lula erklärt, Brasilien wolle Kuba bei der Suche nach möglichen Ölvorkommen vor der Küste des Karibikstaates helfen.
Offen blieb zunächst, ob Lula auch den erkrankten kubanischen Präsidenten Fidel Castro treffen werde. Der 81-jährige Staatschef, der die Amtsgeschäfte nach einer Darmoperation im Sommer 2006 "vorübergehend" an seinen jüngeren Bruder Raúl übergab, ist seitdem nicht mehr in der Öffentlichkeit aufgetreten. Allerdings strahlt das Fernsehen gelegentlich vorab aufgezeichnete Beiträge mit ihm aus. Die beiden Castro-Brüder sind für die Wahl zur Nationalversammlung am 20. Januar nominiert. Aus den 614 Mandatsträgern werden die 31 Mitglieder des Staatsrats gewählt, dessen Vorsitzender wiederum Staatschef ist.
Lula hatte vor seinem Eintreffen in Kuba am Montag in Guatemala-Stadt an der Amtseinführung des neuen guatemaltekischen Präsidenten Alvaro Colom teilgenommen, der wie er eine sozialdemokratisch ausgerichtete Politik verfolgt. Mit Fidel Castro verbindet den aus der linken Gewerkschaftsbewegung stammenden Lula eine alte Freundschaft, die in jüngster Zeit jedoch etwas eingetrübt ist.
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