Peugeot-Citroën will weltweite Offensive starten

Paris (AFP) — Nach einem schweren Gewinneinbruch im vergangenen Jahr will der französische Autobauer Peugeot-Citroën (PSA) wieder aufholen und bald rund ein Fünftel mehr Autos verkaufen als derzeit. Der Konzern wolle bis 2010 die Vier-Millionen-Grenze knacken, indem er in Europa 300.000 Fahrzeuge mehr verkauft als bisher und auf anderen Kontinenten 400.000 Autos mehr, wie PSA erklärte. Allein in China wolle Peugeot-Citroën bis zum Jahr 2015 rund eine Million Autos im Jahr absetzen, fünfmal soviel wie derzeit.

In den kommenden vier Jahren sollen 53 neue Modelle auf den Markt kommen. Zudem will der Konzern mehr auf umweltfreundliche Technik setzen, wie es hieß. In Argentinen, Brasilien, Uruguay und Paraguay wolle der französische Konzern künftig etwa 400.000 Autos jährlich verkaufen, heißt es im Strategieplan für die Jahre 2010 bis 2015, doppelt so viele wie bislang. In Russland will PSA bis 2010 rund 100.000 Autos im Jahr absetzen, danach solle die Stückzahl "rasch" auf 300.000 steigen. Im vergangenen Jahr hatte Peugeot-Citroën weltweit 3,37 Millionen Autos verkauft. Zum Vergleich: Der weltgrößte Autobauer, der japanische Toyota-Konzern, verkauft knapp zehn Millionen Autos im Jahr.

Peugeot-Citroën will in den kommenden Jahren stark auf umweltfreundliche Technik setzen. Mit einem "massiven Hybridtechnik-Programm" wolle der Konzern dafür sorgen, dass die Autos in Europa bei jedem gefahrenen Kilometer durchschnittlich zehn Gramm weniger Treibhausgas ausstoßen. Damit wolle Peugeot-Citroën "seine Stellung als Marktführer für umweltfreundliche Autos festigen". Hybridfahrzeuge haben einen normalen Benzin- und zusätzlich einen Elektromotor. Dadurch sind die Autos sparsamer und verursachen weniger Schadstoffe. Die EU-Kommission will den zulässigen Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid ab dem Jahr 2012 auf 130 Gramm pro Kilometer begrenzen.

Nachdem der Gewinn bei PSA im vergangenen Jahr eingebrochen war, will der neue Konzernchef Christian Streiff das Unternehmen jetzt wieder auf Kurs bringen. "Hohe Qualität ist am Ende billiger", wurde Streiff zitiert. Bei Peugeot Citroën wurde er Nachfolger von Jean-Martin Folz, der den Autokonzern fast zehn Jahre lange geführt hatte.