Genf (AFP) — Bei den Welthandelsgesprächen in Genf haben sich nach der Europäischen Union auch die USA zu Zugeständnissen bereiterklärt: Washington wolle seine Subventionen für die US-Farmer auf weniger als 15 Milliarden Dollar pro Jahr kürzen, kündigte die US-Handelsbeauftragte Susan Schwab an. Im Gegenzug forderte Schwab einen besseren Marktzugang für Agrar- und Industrieprodukte. Auch müsse sichergestellt sein, dass die USA nicht nachträglich zu einer noch stärkeren Senkung der Subventionen gezwungen würden. Brasilien und die Nicht-Regierungsorganisation IATP kritisierten das Angebot.
"Wir sind hier, um eine Einigung zu erreichen", sagte Schwab. Das Angebot hänge aber von den Zugeständnissen der anderen Verhandlungspartner ab. Bislang hatten die USA sich zu einer Kürzung auf 17 Milliarden Dollar pro Jahr bereiterklärt. Die EU hatte am Montag eine Senkung ihrer Agrarzölle um durchschnittlich 60 Prozent in Aussicht gestellt. In Genf verhandeln Vertreter von 35 Staaten der Welthandelsorganisation (WTO) über einen Abschluss der 2001 gestarteten Doha-Handelsrunde.
Das US-Angebot sei "ein netter Versuch", die Subventionen seien aber noch immer zu hoch, kritisierte ein Mitglied der brasilianischen WTO-Delegation. Das Genfer Institut für Landwirtschaft und Handelspolitik (IATP) bezeichnete Schwabs Offerte als "absurd" und "schwach". Angesichts der hohen Preise für Agrarprodukte falle es den USA nicht schwer, die Subventionen zu senken. Zugleich wolle das Land damit erreichen, dass seine Agrarsubventionen bei der WTO nicht juristisch angefochten werden könnten. Obendrein wolle Washington einen besseren Marktzugang in anderen Ländern für Agrar- und Industriegüter aus den USA durchsetzen.
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