Kabul (AFP) — Drei Tage nach dem versuchten Anschlag auf den afghanischen Präsidenten Hamid Karsai sind bei Kämpfen zwischen Sicherheitskräften und Aufständischen in Kabul sieben Menschen getötet worden, darunter zwei der mutmaßlichen Attentäter. Bei den Gefechten seien zwei Taliban-Kämpfer, drei Sicherheitsbeamte sowie eine Frau und ein Kind ums Leben gekommen, sagte der afghanische Geheimdienstchef Amrullah Saleh. Das Feuergefecht im Westen der afghanischen Hauptstadt zog sich demnach über rund zehn Stunden hin. Die Taliban bestätigten den Tod der beiden Kämpfer.
Der Angriff habe einer "sehr erfahrenen Zelle von Terroristen" gegolten, sagte Saleh. Die getötete Frau sei eine Ausländerin, die einen Selbstmordanschlag ausführen wollte. Geheimdienstmitarbeiter führten drei Männer in Handschellen ab, während weiter Schüsse und Explosionen zu hören waren, wie ein AFP-Fotograf berichtete. Beamte von Polizei und Geheimdienst hätten das Haus am Morgen umstellt, berichteten Augenzeugen. Auch Granaten-Explosionen seien zu hören gewesen, sagte ein Anwohner.
Die getöteten Taliban hätten den Angriff auf Karsai am Wochenende geplant und seien an der Ausführung beteiligt gewesen, sagte Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahid. Ein dritter Beteiligter habe fliehen können. Die bei den Kämpfen ebenfalls ums Leben gekommene Frau sei die Ehefrau eines der Getöteten gewesen. Bei dem getöteten Kleinkind handele es sich um die Tochter des Paares.
Die Taliban hatten am Sonntag einen Angriff auf eine Militärparade in Kabul verübt. Sie hatten aus weniger als 500 Meter Entfernung in Richtung der Tribüne geschossen, auf der Karsai sich befand. Eine Untersuchung soll nun klären, inwieweit Fehler der Sicherheitskräfte oder gar Komplizen in ihren Reihen den Angriff ermöglichten.
Copyright © 2009 AFP. Alle Rechte vorbehalten. Mehr »
