Rom (AFP) — Die Situation der zwei am Nanga Parbat blockierten Bergsteiger aus Italien wird schwieriger. Eine Rettungsaktion per Hubschrauber, bei der die beiden mittlerweile erschöpften Alpinisten in 6000 Metern Höhe aufgenommen werden sollten, musste wegen des schlechten Wetters erneut verschoben werden, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. "Wir brauchen zwei Stunden gute Sicht, um unsere Abstiegsroute festzulegen. Aber wir sehen nichts. Aber es geht uns gut, es ist nicht zu kalt", sagte Walter Nones den Rettungskoordinatoren in Bergamo im Norden Italiens per Satellitentelefon.
Nones und sein Kamerad Simon Kehrer sitzen seit einer Woche an dem Himalaya-Berg fest. Ihr Expeditionsleiter Karl Unterkircher war am 16. Juli in eine Gletscherspalte gestürzt, die Seilkameraden konnten ihn nicht retten. Die italienischen Rettungshelfer hatten sich am Dienstagabend entschlossen, die beiden Bergsteiger per Hubschrauber in 6000 Metern Höhe aufzunehmen. "Das ist die vernünftigste Lösung", sagte Rettungskoordinator Agostino Da Polenza in Bergamo. Zwei italienische Bergspezialisten, Maurizio Gallo und Gnaro Mondinelli, waren in der vergangenen Woche nach Pakistan geflogen, um den beiden Alpinisten zu helfen. Die Retter sitzen aber wegen des schlechten Wetters im Basislager fest.
Gallo sagte, die beiden Bergsteiger hörten sich mittlerweile sehr erschöpft an. Schneetreiben und Wolken machten aber einen Abstieg von ihrer Position in 6600 Metern Höhe unmöglich. Nones und Kehrer befinden sich auf dem Buhl-Weg, der nach dem Österreicher Hermann Buhl benannt ist. Dieser hatte den 8125 Meter hohen Gipfel 1953 als erster Mensch bezwungen.
Der Nanga Parbat gilt unter Alpinisten als einer der gefährlichsten Berge der Welt. Der Südtiroler Bergsteiger Reinhold Messner verlor dort im Juni 1970 seinen Bruder Günther, der damals 23 Jahre alt war.
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